Magdeburg l Die gute Nachricht vorweg: Rund 76 Prozent aller Autos, die 2019 an der TÜV-Station in Magdeburg die Hauptuntersuchung absolviert haben, haben sofort eine neue Plakette bekommen. Bei mehr als 63 Prozent fanden sich sogar gar keine Mängel am Wagen. Das geht aus der Statistik des Tüv-Nord für die Landeshauptstadt hervor.

Allerdings: 23,6 Prozent der Fahrzeuge hatten erhebliche Mängel. Sie mussten unverzüglich repariert werden, bevor nach einer Nachprüfung die Tüv-Plakette auf das hintere Kennzeichen geklebt werden konnte. Absolut verkehrsunsicher waren sieben Autos. Letztlich jedoch sei die Zahl der Fahrzeuge mit erheblichen Mängeln nach einem leichten Anstieg im Vorjahr wieder gesunken, heißt es in der Statistik.

Durchschnitts-Pkw war 11,5 Jahre alt

Laut Tüv war der durchschnittliche Pkw, der an der Station in Magdeburg geprüft wurde, 11,5 Jahre alt und hatte mehr als 128.000 Kilometer auf dem Tacho. Eine genaue Zahl, wie viele Autos geprüft wurden, nannte der Tüv nicht. Es seien aber mehrere Tausend gewesen, sagte Tüv-Nord-Sprecher Rainer Camen auf Nachfrage.

Am meisten beanstandet wurden bei der Hauptuntersuchung Mängel an Licht und Elektrik, heißt es in der Statistik. Die Beleuchtungsanlage werde mitunter stiefmütterlich behandelt, meint der Tüv. Und das, obwohl die Kontrolle der Beleuchtungsanlage und deren Reparatur in der Regel relativ einfach zu bewerkstelligen sei. Allerdings sei die Quote der erheblichen Mängel in diesem Bereich leicht gesunken. Daran hätten auch die Hersteller mit der Entwicklung von zuverlässiger und langlebiger Technik wie LED sicher ihren Anteil, meint der Tüv. Bernd Schuchna, Leiter der Magdeburger Tüv-Station, rät dennoch: „Vor Fahrtantritt sollte jeweils ein kurzer Check gemacht werden, ob die Beleuchtungsanlage auch funktioniert.“

Licht, Räder, Reifen und tropfendes Öl

Nach Licht und Elektrik weist die Statistik als folgende Beanstandungen Mängel an Achsen, Rädern und Reifen aus. Gefolgt vom Mängelpunkt Umweltbelastung – etwa durch austretendes Öl oder auch defekte Auspuffanlagen – sowie Problemen mit der Bremse.

Je älter die Fahrzeuge bei ihrem Tüv-Termin sind, desto höher ist die Zahl derjenigen, die im ersten Anlauf keine Plakette bekommen. Die aktuellen Zahlen zeigen für den gesamten Bereich des Tüv-Nord: Bei der ersten Hauptuntersuchung im Alter von drei Jahren finden sich bei 5,8 Prozent der Autos erhebliche Mängel. Im Alter von fünf Jahren sind es schon 10 Prozent. Nach sieben Jahren liegt die Quote bei 16,3 Prozent. Als Elfjährige schließlich weisen 29 Prozent der Autos erhebliche Mängel auf und müssen zur Reparatur in die Werkstatt.

Die durchschnittliche Laufleistung, die neben dem Alter auch als Grund für den Verschleiß und somit für Mängel anzusehen ist, liegt jetzt bei den Dreijährigen bei rund 48.000 Kilometern und bei den Elfjährigen bei etwa 131.000 Kilometern auf dem Tacho, heißt es in der Statistik.