Magdeburg l Bei der Auswertung von Luftbildern ist auf der Tunnel-Baustelle ein mutmaßlicher Bombentrichter gefunden worden. Experten sollen die Stelle in dieser Woche genauer untersuchen. Auf der Baustelle ist der Ort bereits markiert. „Bombe“ haben Bauarbeiter mit Neonfarbe auf eine Wand geschrieben. Die entsprechenden Erkundungsarbeiten beginnen am heutigen Dienstag und werden laut Stadtverwaltung voraussichtlich bis zum Ende dieser Woche andauern. "Sobald es ein Ergebnis gibt, werden wir darüber informieren", sagte Stadtsprecher Michael Reif der Volksstimme Dienstagmorgen.

Am Mittwoch gibt es ein Treffen von Stadt und Polizei. Dort soll über das weitere Vorgehen beraten werden. Denn würde sich der Verdacht bestätigen, müssten die Bauarbeiten gestoppt und das Umfeld evakuiert werden. Nach Informationen der Volksstimme wurden umliegende Altenheime (Adelheidring) bereits informiert, dass da etwas kommen könnte.

Sondierung in Magdeburg durch Fachfirma

„Der Verdacht ergibt sich aus einer Auswertung alter Luftbildaufnahmen. Diese Auswertung stützt sich auf verfügbare Luftaufnahmen vom 27. Juli 1943 bis zum 18. April 1945 sowie auf historische Dokumente“, sagt Stadtsprecher Michael Reif. Im Abgleich des verfügbaren Materials sei man dabei zu dem Ergebnis gekommen, dass es in diesem Bereich Bombardierungen gab und mit dem Auffinden von Bombenblindgängern gerechnet werden muss. „Zudem gibt es im Baufeld ständig Sondierungsarbeiten, um vor beginnenden Arbeiten eventuell Munition aufzufinden“, so Reif weiter.

Bilder

Ob sich an dem Verdachtspunkt tatsächlich ein Blindgänger befindet, werden Sondierungsarbeiten einer Fachfirma ergeben, die in dieser Woche erfolgen. „Selbstverständlich wird – so wie in der Vergangenheit auch immer – rechtzeitig darüber informiert, wenn es einen Bombenfund gibt“, stellte Reif klar.

Immer wieder sorgen vermeintliche Altlasten auf der Baustelle für Nervosität. Ende vergangenen Jahres hatte ein Metallteil in mehreren Metern Tiefe für Aufsehen gesorgt. Auf dieses waren die Arbeiter beim Bohren des Loches für einen Betonpfahl gestoßen. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst gab nach einer näheren Untersuchung des unbekannten Bodenobjekts Entwarnung: Es handelte sich bei dem Fund im Boden nicht um eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg, sondern um den Anker eines Mastes für den Fahrstrom der Straßenbahnen in diesem Bereich.

Erinnerungen an 2013

Ende 2013 war bei Tunnel-Vorarbeiten eine 5-Zentner-Bombe am Damaschkeplatz gefunden worden. Für Magdeburg war es damals eine der größten Evakuierungen seit dem Zweiten Weltkrieg. 12 500 Menschen mussten ihre Häuser verlassen.