Magdeburg l Seit vielen Jahren wird über die Umgestaltung des Nicolaiplatzes in Magdeburg diskutiert. Nun sollen aber tatsächlich Nägel mit Köpfen gemacht und das Projekt beschlossen werden.

Die Stadtverwaltung Magdeburg hat jetzt eine entsprechende Vorlage für den Stadtrat veröffentlicht, mit der dieser den Weg dafür freimachen soll. 1,5 Millionen Euro aus zwei Städtebauförderprogrammen des Bundes sollen in das Vorhaben investiert werden. 2020 soll die Umgestaltung abgeschlossen sein.

Bäume werden gefällt

Was ist nun geplant? Bereits bekannt ist die Fällung der vorhandenen Bäume rund um die beiden Parkplätze. Aufgrund des ungünstigen Untergrunds – sie stehen direkt auf alten Bunkern – haben sie schwierige Wachstumsbedingungen und sind zumeist in einem schlechten Zustand.

Nach langen Diskussionen mit dem Stadtgartenbetrieb und dem Umweltamt wurde entschieden, einen Neuanfang zu wagen: 32 alte Linden sollen gefällt und dafür 42 neue Säuleneichen unter besseren Bedingungen gepflanzt werden. Dadurch kann auch eine weitere wichtige Vorgabe bei der Umgestaltung umgesetzt werden: die Barrierefreiheit. Das wäre beim Verbleib der alten Bäume nicht möglich.

Neue Verkehrsführung auf dem Platz

Neu ist auch die Verkehrsführung. Die Straße vor der Nicolaikirche wird verschwinden. Dafür wird der Platz künftig als Einbahnstraße umfahrbar sein. Die Einfahrt ist im Norden an der Sparkasse, die Ausfahrt entsprechend im Süden am Sonnenstudio.

Zur Steigerung der Aufenthaltsqualität sollen in der Platzmitte Wasserfontänen installiert werden, ähnlich denen auf dem Domplatz Magdeburg. Ein „wandelbares, beleuchtetes Wasserkunstbild“ soll damit auch möglich sein. Der Vorteil: Der Platz ist bei Bedarf auch weiter für Veranstaltungen wie das Stadtteilfest nutzbar.

Neue Gestaltung der Parkplätze

Auch die Parkplätze werden neu gestaltet und die Stellplätze anders angeordnet. Auf dem nördlichen Parkplatz sind 46 Stellplätze (aktuell 52), auf dem südlichen 44 Stellplätze (aktuell 38) geplant. Dort werden auch neue Fahrradständer errichtet.

Anlass für die Umgestaltung ist die besondere Bedeutung des Platzes innerhalb des unter Denkmalschutz stehenden Napoleonischen Stadtgrundrisses der Neuen Neustadt. Neben der Verbesserung der Verkehrssicherheit auf dem gesamten Platz, ist daher laut Beschluss „oberstes Ziel, gemäß den Auflagen des Denkmalschutzes zur Aufwertung der klassizistischen Kirche, den Platz sehr klar und offen zu gestalten.“