Magdeburg l Die Vorplanungen stehen kurz vor dem Abschluss. Beim Vorhaben, den Eiskellerplatz in Magdeburg-Sudenburg künftig zu einem Treffpunkt für den Stadtteil zu entwickeln, setzt das Stadtplanungsamt Magdeburg auf die Beteiligung derer, die den Platz einmal nutzen sollen: die Bewohner.

Zwei Varianten für Platzgestaltung

Jörg Michel vom beauftragten Planungsbüro Pola Landschaftsarchitekten präsentierte nun Interessierten bei einem öffentlichen Austausch in der Feuerwache zwei Varianten, was auf dem mit 700 Quadratmetern recht überschaubaren Areal geschaffen werden kann. Dem zugrunde liegen Bedingungen und Maßgaben wie Brandschutz, Platz für Marktstände, Grün, Befahrbarkeit und Lärmdämpfung sowie Sonneneinstrahlung, die es bei der Planung zur berücksichtigen galt.

„Wir sind froh, dass wir dort nun planen können“, verwies der stellvertretende Leiter des Stadtplanungsamtes, Stephan Herrmann, auf die lange Anlaufzeit. Seit Jahren ist der Abriss des Schalthauses der Städtischen Werke Magdeburg (SWM), welches das Bild und den Platz an der Ecke Halberstädter Straße/Rottersdorfer Straße prägt, ein Thema. Nun zeichnet sich der Rückbau ab.

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Kabel muss verlegt werden

Dazu müssen Maßnahmen wie die Verlegung eines Zehn-Kilovolt-Kabelsystems in der Rottersdorfer Straße (Baubeginn noch 2017), die Erneuerung des Umspannwerkes Buckau im nächsten Jahr und der Neubau einer Ortsnetzstation auf dem Eiskellerplatz abgearbeitet werden.

Im Vordergrund steht die Versorgungssicherheit der beiden Stadtteile Sudenburg und Buckau, so der Hinweis. Spätestens 2020 soll das Trafohaus an die Stadt Magdeburg zur weiteren Verwendung übergeben werden. Stephan Herrmann hofft indes auf einen früheren Zeitpunkt.

Kein Parkplatz und kein Spielplatz

Bis dahin ist dann klar, in welcher Form sich der Platz dann präsentiert. Parken sowie eine Ladestation für Elektromobile werden dabei ausgeschlossen, wie es auf Nachfragen bei der Präsentation der Pläne hieß. Das gleiche gilt für Spielgeräte. „Ladestationen werden an anderen Stellen geplant. Für den Platz haben wir eine andere Funktion vorgesehen, als ihn als Spielplatz zu nutzen“, so Herrmann. Gleichwohl bestünde ein Bedarf an Spielflächen in Sudenburg, räumte er ein.

Kinder sollen jeweils mit einem Wasserspiel (die Mehrheit der Anwesenden sprach sich für ein im Boden eingelassenes Modell ähnlich wie das Fontainenfeld auf dem Domplatz aus, um die Gefahr zu bannen, dass ein Brunnen vermüllt wird) angesprochen werden. Um das Verweilen zu fördern, sind ausreichend Sitzflächen eingeplant.

Neuer Schnurbaum für Magdeburg?

Offen ist die Frage der Beleuchtung, so Jörg Michel. Und: „Der Platz wird über verschiedene Bäume verfügen, die im Frühjahr und im Herbst Hingucker sind." Als Beispiele nannte der Planer Blauglockenbäume, Schnurbäume und Gleditschien, sogenannte Lederhülsenbäume.

Eine Abwägungssache sei es, den Platz für eine gastronomische Nutzung, etwa durch ortsansässige Gastronomen, freizugeben. Sudenburger regten dies an, die Stadt Magdeburg steht dem offen gegenüber. Der Ankauf eines angrenzenden Geländes, das derzeit als Parkplatz genutzt wird, ist aufgrund der schwierigen Eigentümerverhältnisse zur Vergrößerung des Eiskellerplatzes nicht möglich.

Ampel, Rad- und Gehweg bleiben

Ausgenommen von den Planungen sind die Ampelanlagen an der Ecke Halberstädter Straße/Rottersdorfer Straße: Diese werden nicht verändert. Dies gilt auch für die angrenzenden Rad- und Gehwege an der Halberstädter Straße. Eine Neugestaltung der Rottersdorfer Straße, die nach der Verlegung des Zehn-Kilovolt-Kabelsystems vorgenommen wird, ist ebenfalls kein Thema für den Eiskellerplatz und wird separat vorgenommen.

Die Stadt und der Planer haben angekündigt, Einwände und Anregungen in die weiteren Planungen für den Eiskellerplatz berücksichtigen und über den aktuellen Stand berichten zu wollen. Die Entwurfsplanung soll im Laufe 2018 stehen und der Auftrag 2019 vergeben werden.

Volksmund als Namensgeber

Die Umgestaltung greift die Historie des Eiskellerplatzes auf. Einst stand hier nur eine Litfaßsäule. 1930 ist ein erstes Trafohaus errichtet worden, das später durch das heutige ersetzt wurde. Künstler Max Grimm gestaltete das Schaltwerk mit Motiven.

Kurios: Zu den Feierlichkeiten zum 200-jährigen Bestehen des Stadtteils an seinem heutigen Standort ist im Jahr 2013 festgestellt worden, dass der etwa 1860 angelegte Platz nie gewidmet wurde. Dieses Versäumnis wurde später nachgeholt.

Eisklötze aus der Elbe

Der Name „Eiskellerplatz“ ist im Volksmund entstanden. Einst sind hier Eisklötze der zugefrorenen Elbe in einem Kellergewölbe eingelagert worden, das schließlich Namensgeber wurde.

Ihre Meinung ist gefragt!

Was sagen Sie zu den Umgestaltungsplänen für den Eiskellerplatz? Welche der beiden Varianten bevorzugen Sie? Welche Wünsche haben Sie für die Neugestaltung? Melden Sie sich per E-Mail an marco.papritz@volksstimme.de oder per Telefon 0391/5999-550 am 25. September 2017 in der Zeit von 11 bis 16 Uhr.

Auch per Post können Sie Ihre Meinung mitteilen: Volksstimme Lokalredaktion, Stichwort „Eiskellerplatz“ in der Bahnhofstraße 17 in 39104 Magdeburg. Bitte nennen Sie jeweils Ihren Vor- und Nachnamen.