Magdeburg l Seit einigen Wochen sind im Schaufenster von immer mehr Läden in Magdeburg blaue Aufkleber zu finden. Die Aufschrift: „Refill Station. Kostenfrei Trinkwasser / Free Tap Water“. Was die Aufkleber bedeuten, wissen Sarah Werner und Kristin Plumbohm. Denn sie stecken hinter dem Magdeburger Ableger des deutschlandweiten Projekts „Refill“.

Das Konzept von Refill ist simpel. Läden, die einen Refill-Aufkleber im Fenster haben, füllen kostenfrei Leitungswasser in mitgebrachte Wasserflaschen ab. „Am liebsten in Glasflaschen“, sagt Sarah Werner aus Überzeugung. Und das nicht ohne Grund: Sie betreibt seit wenigen Wochen einen Unverpackt-Laden in der Arndtstraße, in dem auch sie im Rahmen des Projekts kostenfreies Leitungswasser anbietet. Dass sie also auch auf Glasflaschen für Trinkwasser setzt, ist kein Wunder.

35 Trinkwasser-Stationen in Magdeburg

Und auch Kristin Plumbohm greift zur Glasflasche. Sie ist der aktive Part des Projekt-Duos und geht auf Ladenbetreiber zu, um Refill auch in Magdeburg bekanntzumachen. So sind es dank ihrer Bemühungen im Magdeburger Stadtgebiet mittlerweile rund 35 Stationen, an denen kostenfreies Trinkwasser angeboten wird. „Ich hoffe, dass es bald noch mehr werden“, sagt Kristin Plumbohm.

Ein Überblick über alle Trinkwasserstationen im Stadtgebiet ist hier zu finden. Hier sind neben den Refill-Stationen wie Cafés, Bars und kleinen Läden aber auch öffentlich zugängliche Trinkwasserbrunnen, wie es sie beispielsweise auf dem Campus der Hochschule Magdeburg-Stendal gibt, eingezeichnet.

Refill-Stationen mit Aufkleber gekennzeichnet

In Magdeburg startete Kristin Plumbohm das Projekt im September 2017 und setzt es seither mit Hilfe von Sarah Werner um und bringt Teilnehmern den blauen Sticker vorbei. Die können sich Ladenbetreiber, die ebenfalls Refiller werden wollen, aber auch selber abholen. Denn in ihrem Unverpackt-Laden an der Arndtstraße 38 verteilt Sarah Werner die Aufkleber.

Ganz im Sinne des müllfreien Lebensstils des Projekt-Duos wurden die Aufkleber so umweltverträglich wie möglich hergestellt. Für die Finanzierung der nicht ganz günstigen Aufkleber konnten die Frauen einen regionalen Partner gewinnen. So zahlten die Stadtwerke Magdeburg (SWM) als Trinkwasserversorger der Stadt die Herstellungskosten der Aufkleber.

Deutschlandweit kostenfreies Trinkwasser

Ursprünglich stammt das Refill-Projekt aus dem britischen Bristol. Dort wurde die Idee, Trinkwasser kostenfrei abzugeben, 2015 erstmals in die Tat umgesetzt. In Deutschland startete das Projekt im März 2017 in Hamburg und ist inzwischen zu einer deutschlandweiten Bewegung geworden. In knapp 60 Städten kann man in teilnehmenden Läden mittlerweile kostenfreies Trinkwasser bekommen.

Ziel des Projekts ist es, die Nutzung von Plastikflaschen einzudämmen: der Umwelt zuliebe. Außerdem soll der Fakt, dass Leitungswasser Trinkwasser ist und dass der Zugang zu Trinkwasser wiederum ein Menschenrecht ist, in den Fokus gerückt werden.

Ehrenamt statt Profit

Dabei geht es Sarah Werner, Kristin Plumbohm und allen anderen Ehrenamtlichen und Teilnehmern nicht darum, Profit aus dem Projekt zu schlagen. Schließlich ist die Herausgabe von Wasser ja kostenfrei.

Für die Suche nach weiteren Refill-Stationen in Magdeburg wünscht sich Kristin Plumbohm aber noch Hilfe. „Die Projektarbeit und den Job unter einen Hut zu bekommen, ist manchmal ganz schön schwierig“, sagt sie und hofft auf Unterstützung.

Wer mitmachen möchte, kann sich per E-Mail an magdeburg@refill-deutschand.de melden.