Magdeburg l Die Unfallstatistik der Polizei in Magdeburg spricht eine deutliche Sprache: Seite 2015 haben sich an der Kreuzung Liebknechtstraße-Schlachthofstraße-Kleine Straße insgesamt 22 Verkehrsunfälle ereignet „mit Personen- und Sachschäden in einem erheblichen Ausmaß“. Damit ist die Kreuzung ein Unfallschwerpunkt.

Ursache ist laut Dieter Scheidemann, zuständiger Baubeigeordneter der Stadt Magdeburg, die Erschließung des Schlachthofgeländes um das Kaufland-Einkaufscenter. Darum hat dort das Verkehrsaufkommen deutlich zugenommen. Und die weitere Erschließung des Geländes im Bereich Hermann-Gieseler-Halle werde ebenfalls zu deutlich mehr Verkehr in diesem Bereich führen. Auch der großräumge Umleitungsverkehr wegen der Tunnelbaustelle hat das Verkehrsaufkommen in der Liebknechtstraße erhöht.

Radverkehr an Kreuzung beachten

Eine Auswertung der Unfälle zeigte, dass eine Reduzierung der Unfälle nur durch die Errichtung einer Ampel zu erwarten sei. Dabei sei im Besonderen auch die Gefährdung der Radfahrer auf der Liebknechtstraße zu beachten, so Dieter Scheidemann.

Für eine Ampel an der Kreuzung müsse keine komplett neue Lichtsignalanlage installiert werden, sondern die bereits vorhandene Signalanlage an der benachbarten Kreuzung Liebknechtstraße/ Arndtstraße könnte um einen zusätzlichen Teilknoten (Ampelbreiche) erweitert werden. Der Vorteil wäre, dass die beiden Teilknoten verkehrstechnisch sinnvoll miteinander verbunden und geschaltet werden könnten.

Kreisverkehr kommt nicht in Frage

Die Errichtung eines Kreisverkehrs an dieser Stelle wurde vom Tiefbauamt ebenfalls geprüft. Die technischen Regelwerke empfehlen Kreisverkehre, wenn die Verkehrsmengen gleichmäßig auf die Haupt- und Nebenverkehrsströme verteilt seien. Nur so könne ein Kreisverkehr für die Verkehrssicherheit und für den Verkehrsfluss entsprechende Vorteile bringen.

Aufgrund der für die Liebknechtstraße vorliegenden Verkehrszählungswerte sowie den bisherigen Verkehrsbeobachtungen gehe die Stadt Magdeburg allerdings davon aus, dass der Unfallschwerpunkt mit der bevorrechtigten Führung der Liebknechtstraße (Hauptstrom im Kreisverkehr) und den Nebenstraßen Schlachthofstraße sowie Kleine Straße (Nebenströme) ungleichmäßige Verkehrsverteilungen aufweist. Aus diesem Grund sei für diese Kreuzung ein Kreisverkehr nicht empfehlenswert, da der Hauptstrom den Nebenströmen so gut wie keine Chance einräume, in den Kreisverkehr einzufahren. Dies treffe besonders auf den Morgen- und den Abendspitzenverkehr an normalen Werktagen zu, so Dieter Scheidemann.

Ampel soll spätestens 2020 kommen

Er schlägt vor, dass die Erweiterung der Ampelanlage in der Liebknechtstraße bis spätestens 2020 umgesetzt werden sollte, um den Unfallschwerpunkt zu entschärfen.