Magdeburg l Im Treppenhaus herrschte noch Hochbetrieb, wurden Betten und Bettwäsche nach oben geschleppt, Kartons und Folie wieder nach unten. Eilig liefen Handwerker und Mitarbeiter der Stadtverwaltung Treppen hinauf und wieder hinunter, um das Gebäude an der Saalestraße bezugsfertig zu bekommen. Denn schon heute erwartet die Stadtverwaltung 172 Neuankömmlinge, Familien und Alleinreisende, die dort eine Unterkunft erhalten sollen. Die meisten voraussichtlich aus Syrien, weitere aus Afghanistan, Indien, Benin, dem Kongo und dem Iran.

„Die unterschiedlich großen Räume ermöglichen uns, flexibel auf die Bedürfnisse der Ankommenden zu reagieren“, erklärte die zuständige Beigeordnete der Stadtverwaltung, Simone Borris. „Da wir in der Regel nicht mehr im Voraus wissen, ob Familien oder Alleinreisende kommen, können die Zimmer schnell auf die benötigte Bettenzahl erweitert werden“, informierte sie. Bis zu 300 Menschen können dort ein Obdach erhalten, in unterschiedlich großen Zimmern für zwei bis sechs Personen pro Raum.

Auf Anmietung von Wohnungen konzentrieren

Die größte Herausforderung beim Umbau des Gebäudes bestand in der Kurzfristigkeit. Mitte September sei mit dem Umbau begonnen worden, informierte Wolfram Neumann von der 12. Deutschen Immobilien GmbH. Die Heizungsanlage musste komplett erneuert werden, Sanitärräume für Duschen und WCs mussten überhaupt erst eingebaut werden, erzählte er, Baufirmen für diesen knappen Zeitraum zu binden, sei nicht einfach gewesen. „Deshalb sind wir froh, dass wir das Gebäude pünktlich übergeben können“, sagte Neumann.

Die Verwaltung hat das Gebäude für eine Laufzeit von zehn Jahren gemietet. Weitere Großunterkünfte, die noch folgen werden, entstehen in der Sudenburger Wuhne und am Silberbergweg, berichtete Simone Borris. Im nächsten Jahr wolle sich die Verwaltung auf die Anmietung von Wohnungen konzentrieren, kündigte sie an. Denn schon jetzt gebe es in den Einrichtungen 250 Menschen, die bereits in eine eigene Wohnung ziehen könnten.

600 Flüchtlinge kommen im Dezember

In Magdeburg leben derzeit mehr als 2900 Asylsuchende und Flüchtlinge. Allein in diesem Monat bekommt die Landeshauptstadt mehr als 600 Flüchtlinge von der Zentralen Aufnahmestelle (Zast) in Halberstadt und der Landesaufnahmeeinrichtung Klietz zugewiesen.