Magdeburg l „Das fährt sich wirklich super“, sagt Ina-Maria Pohl nach einer Runde durch die Liebknechtstraße in Magdeburg. Die Stadtfelder Ladeninhaberin hat eines der Lastenfahrräder getestet, die das Geschäftsstraßenmanagement „Im Stadtfeld“ für das Unternehmerfrühstück organisiert hat. „Wir überlegen, ob wir uns eins anschaffen“, sagt Geschäftspartnerin Kristin Isabel.

So wie die beiden sollen es weitere Stadtfelder Händler machen, wenn es nach den Mitarbeitern des Instituts für Logistik und Materialflusstechnik an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg geht. Dort wird an der Zukunft des Transportwesens geforscht. Sowohl Tom Assmann als auch Professor Hartmut Zadek stellten in ihren Vorträgen den aktuellen Stand beim Thema Lastenfahrräder vor und sprachen über deren Vorzüge im Vergleich zum Auto.

Lastenradfahren ist ökologisch

Je nach Modell und Jahreskilometerzahl ließen sich die Hälfte bis zu drei Viertel der Unterhaltungskosten einsparen, sagte Tom Assmann. In einem Jahr hätten sich die Anschaffungskosten bereits wieder amortisiert. Zudem wäre es natürlich ökologischer.

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Hartmut Zadek lud die anwesenden Geschäftsleute ein, in seinem sogenannten Inkubator gemeinsam mit ihm und seinen Mitarbeitern ein Lastenrad ganz nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten. „Damit können wir jetzt eigene Chassis bauen“, sagt er.

Vertriebsstation aufbauen

Auch einen Sammelpunkt für die Verteilung von Lastengütern wolle man aufbauen. Dazu brauche es aber noch Interessenten, die ihn nutzen würden. „Wir brauchen Anwender, um eine Vertriebsstation umsetzen zu können“, sagt er.

In Berlin haben sich fünf Paketdienstleister zusammengeschlossen, um eine zentrale Verteilstation für ihre Lastenräder zu betreiben, nennt er als Beispiel. Auf dem Uni-Campus wird nun aber zunächst eine Lastenradstation aufgebaut, an der dann künftig verschiedene Modelle ausleihbar sind. Gemeinsam mit der Stadt Magdeburg wolle man das Thema künftig angehen und in Stadtfeld beginnen, sagt Hartmut Zadek.

Lastenrad kostet tausende Euro

Was viele vielleicht zurückschrecken lässt, sind die hohen Kosten für die Anschaffung. Mehrere Tausend Euro sind üblich für ein motorisiertes Modell mit ausreichend Tragkraft. Um das Umsteigen zu erleichtern, gibt es aber finanzielle Unterstützung. Zum einen vom Bund, der über das Programm „Ich entlaste Städte“ 30 Prozent der Anschaffungskosten, maximal 2500 Euro, erstattet. Vorraussetzung sind Mindestwerte bei Volumen (1 Kubikmeter) und Nutzlast (150 Kilogramm). Einige Räder schaffen auch bis zu 300 Kilogramm.

Aber auch die Stadt Magdeburg kann den Kauf eines Lastenrads finanziell unterstützen. Dies geht aber nur bei einem gemeinnützigen Zweck, sagt Claudia Fricke von der Stabsstelle Klimaschutz/ Umweltvorsorge. Bis 30. September 2018 könnten noch Anträge für das Folgejahr gestellt werden. Für umweltrelevante Vorhaben, zu denen eben auch ein Lastenrad gehört, könnten bis zu 80 Prozent der Kosten übernommen werden.