Magdeburg l Blaulicht vor dem Bürokomplex der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben und dem Finanzamt Dessau-Roßlau an der Otto-von-Guericke-Straße in Magdeburg: Am frühen Nachmittag des 6. Dezember 2017 ist das ehemalige Gebäude der Oberfinanzdirektion für einen Moment der wichtigste Einsatzort in Magdeburg. Mitarbeiter der Poststelle hatten kurz zuvor die Polizei über ein verdächtiges Paket informiert.

Erst am 1. Dezember 2017 gab es in Potsdam wegen einer gefährlichen Paketsendung einen Großeinsatz und der Weihnachtsmarkt wurde evakuiert. Hinter dem Bombenalarm steckte eine Erpressung des Zustellers DHL. Die Täter werden noch gesucht.

Magdeburger Paket war beschädigt

Das verdächtige Paket in der Magdeburger Poststelle fiel den Mitarbeitern auf, weil es beschädigt war und der Name des Adressaten mit keinem Mitarbeiter in dem Bürogebäude übereinstimmte. Zudem war kein Absender auf dem kleinen Päckchen angegeben.

Rund 60 Mitarbeiter wurden am Mittwoch in Sicherheit gebracht. Nach dem Einsatz des ABC-Trupps der Freiwilligen Feuerwehren Diesdorf und Südost sowie der USBV-Entschärfer der Polizei gab es gegen 16 Uhr Entwarnung: In dem Paket wurde ein Glas Marmelade gefunden. Erst hatten die Einsatzkräfte der Feuerwehr sowohl radioaktive Strahlung als auch chemische Gase ausgeschlossen. Dann wurde das Paket von den Spezialkräften des Landeskriminalamtes geröntgt.

Nikolausgeschenk in Magdeburger Paket

Laut Polizei habe es sich bei der Marmelade um ein Nikolausgeschenk gehandelt. „Möglicherweise war das Päckchen einfach falsch adressiert“, erklärt Polizeisprecher Frank Küssner. Für Magdeburg war der Paketalarm der erste seit dem Vorfall in Potsdam.

„Auch wenn sich relativ schnell herausstellte, dass von dem Paket wohl keine große Gefahr ausgeht, sind wir doch dankbar, dass wir so schnell informiert wurden“, so Küssner. Denn es sei ein schwieriger Grat zu unterscheiden, ob es sich um eine echte Gefahr handele oder nicht. Die Polizei komme deswegen lieber einmal umsonst, als dass eine Gefahr übersehen werde. „Deswegen halten wir an der Strategie fest, dass uns verdächtige Pakete auf jeden Fall gemeldet werden sollten.“

Zwei Fälle in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt hat es seit Freitag zwei derartige Fälle gegeben. In der Stadtbibliothek Aschersleben war ein verdächtiges Paket aufgetaucht. Darin befanden sich Bücher und CD. In Halberstadt sorgte ein herrenloses Paket in einer Postfiliale für Aufregung. Spezialisten untersuchten das Paket, in dem sich ein Luftentfeuchter befand.