Magdeburg (ag) l Der Magdeburger Verein Elberado löst sich auf. Dies ist am 20. Juni 2018 auf der Mitgliederversammlung des Vereins beschlossen worden. Dieser Schritt sei aufgrund der finanziell prekären Situation des Vereins unausweichlich geworden, heißt es in einer Mitteilung des Vereins. Das bedeutet auch das Aus für die Kinderstadt Elberado.

Grund für die finanzielle Schieflage seien die Auflagenverstöße bei den Abrechnungen der Projekte, die durch den früheren Vorstand eingereicht wurden. Das Jugendamt der Landeshauptstadt Magdeburg habe nach intensiver Prüfung ihre Zuwendung für die Kinderstädte 2012, 2014 und 2016 teilweise zurückgefordert. „Nach Sichtung der Verwendungsnachweisprüfung und der eingereichten Abrechnungen mussten wir feststellen, dass in den vergangenen Jahren die Förderrichtlinien mehrfach nicht eingehalten und die Höhe der beantragten Mittel entgegen des eingereichten Finanzplans zum Teil erheblich überschritten wurden“, erklärte der aktuelle Vorstand, der nach Durchführung der letzten Kinderstadt die Geschäftsführung des Vereins übernahm und die nächste Kinderstadt für Sommer 2018 geplant hatte.

Abrechnungen unzureichend

Ein Teil der unzureichenden Abrechnungen konnte laut Verein in Kooperation mit dem Jugendamt Magdeburg in den vergangenen Monaten aufgearbeitet werden. Dennoch sei es dem Vorstand nicht gelungen, den Verein wieder auf stabile Beine zu stellen.

„Auch wenn uns die letzten Monate viel Zeit und Kraft gekostet haben, die wir lieber in die Organisation der Kinderstadt Elberado 2018 investiert hätten, blicken wir auf eine schöne und erfolgreiche Zeit zurück. In den vergangenen acht Jahren konnten wir in vier Kinderstädten fast 10.000 Kinder erreichen“, erklärt der Verein. Im Fokus der Vereinsarbeit standen die Förderung politischer und gesellschaftlicher Partizipation von Kindern und Jugendlichen sowie die Vermittlung von Demokratieverständnis durch politische Bildungsarbeit. Gleichzeitig hatte sich der Verein zum Ziel gesetzt, die Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen zu stärken.

Kinder gestalten eigene Stadt

Die Kinderstadt Elberado als pädagogisch betreutes Großprojekt ermöglichte Kindern im Alter von acht bis 14 Jahren eine Stadt nach eigenen Wünschen zu gestalten und zu verwalten. In über 40 Berufen konnten sich die Kinder entfalten, spielerisch gesellschaftliche Prozesse erlernen und Demokratie erleben. Bei der Umsetzung des Projekts wurde der Elberado e. V. zeitweise von insgesamt 100 Ehrenamtlichen aller Altersgruppen unterstützt.

Weiterhin organisierte der Verein Elberado e. V. im Februar 2016 ein gemeinsames Treffen, zu dem Organisatoren von Kinder(spiel)städten aus der gesamten Bundesrepublik zusammenkamen. Im Zentrum des Treffens standen der fachliche Austausch zur Konzeptionierung und Durchführung von Kinderstädten sowie die künftige Vernetzung.

Verein bedankt sich bei Förderern

„Wir bedanken uns ausdrücklich bei allen Förderern, Unternehmen und Privatpersonen, die uns bei der Realisierung dieses wunderbaren Projekts begleitet und stets mit Geld-, Dienst- und Sachleistungen unterstützt haben. Wie danken allen Ehrenamtlichen, ohne deren tatkräftige Hilfe die Kinderstadt Elberado nie hätte stattfinden können. Unser Dank geht zudem an die Tausenden Kinder und Jugendlichen, die ihre Stadt immer wieder neu belebt haben und uns unvergessliche Erinnerungen bescherten", erklärte der Verein in seiner Mitteilung.