Magdeburg l Buckau? Da kommt man doch gar nicht mehr hin! Mit diesem Vorurteil haben angesichts der Großbaustelle auf der Schönebecker Straße aktuell die Gewerbetreibenden aus dem Stadtteil zu kämpfen. Und weil sich die Situation 2020 durch eine eventuelle Vollsperrung noch verschärfen könnte, haben sich nun Gewerbetreibende zusammengeschlossen, um eine Image-Kampagne zu starten. Denn von April bis November nächsten Jahres soll die Schönebecker Straße komplett für den motorisierten Verkehr gesperrt werden.

Mehr als 100 Unternehmer betroffen

Mehr als 100 Unternehmer hat Mitinitiatorin Susanne Klaus bereits angeschrieben. „Und das sind bei Weitem noch nicht alle“, beschreibt sie das Ausmaß der Betroffenen in dem flächenmäßig relativ kleinen Stadtteil. Die zahlreichen Kunst- und Kulturschaffenden in Buckau seien in dieser Rechnung noch nicht einmal inbegriffen. Damit sie auch mit der Großbaustelle vor der Haustür eine Zukunft haben, soll nun die Image-Kampagne gestartet werden, die sowohl über Werbeprodukte wie etwa Handzettel als auch über konkrete Aktionen vor Ort „zeigen soll, was wir alles Tolles haben und können“, sagt Susanne Klaus.

Sie betonte, dass es nicht darum gehe, die Baustelle zu verhindern und dagegen zu protestieren. „Die haben wir nun mal und können dagegen relativ wenig tun“, so Klaus. Stattdessen gehe es nun darum, das Beste daraus zu machen. Willkommen sind nicht nur Unternehmer, sondern auch Bewohner des Stadtteils.

In welcher Form sich die Initiative in der Zukunft organisieren will, wird ein Thema des nächsten Treffens sein, zudem alle Interessenten aus Buckau am 29.  Oktober 2019, ab 19.30  Uhr, in die Yogaschule Bosrup an der Martinstraße eingeladen sind. Infrage kommen sowohl eine Interessengemeinschaft, die ein relativ loses Konstrukt darstellt, aber auch eine Genossenschaft wäre denkbar, berichtet Klaus. Hier befinden sich die Initiatoren aktuell noch in der Findungsphase. Wer Vorschläge hat, kann sich mit diesen gern einbringen.

Oberbürgermeister und MVB pro Initiative

Klaus berichtet, dass sie und ihre Mitstreiter bereits ein Gespräch mit Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper gehabt hätten. Trümper habe die Initiative begrüßt und Unterstützung zugesagt, erklärt die Unternehmerin, die ihr Ladengeschäft im Buckauer Engpass betreibt. Aus Sicht der Stadt sei es wichtig, einen Ansprechpartner vor Ort zu haben, über den dann auch die Kommunikation verbessert werden könne.

Mit dem weiteren Fortschreiten der Bauarbeiten in der Schönebecker Straße und in der Warschauer Straße wird es auch zu Veränderungen in der Verkehrsführung kommen, bestätigte MVB-Pressesprecher Tim Stein gestern auf Nachfrage. „Im kommenden Jahr wird voraussichtlich zwischen April und November die Schönebecker Straße zwischen Warschauer Straße und Bleckenburgstraße für den Kfz-Verkehr gesperrt“, erklärte er. Während dieses Zeitraums solle der Straßenausbau inklusive Gleisbau realisiert werden. Die Initiative der Gewerbetreibenden vor Ort finden die Verkehrsbetriebe gut, so Stein: „Wir stehen dazu auch schon in Kontakt. Die MVB werden im Rahmen ihrer Möglichkeiten die Initiative unterstützen“, kündigt Stein an.

Geld für ein Logo aus Initiativfonds

Trümper selbst sieht Buckau als einen Stadtteil, der in den vergangenen Jahren aufgewertet wurde. „Wir können nicht zulassen, dass dieser Stadtteil jetzt durch eine Baustelle in eine Schieflage gerät“, sagt das Stadtoberhaupt auf Nachfrage. Es müsse deutlich gemacht werden: „Wir haben hier eine Baustelle, aber das Leben geht weiter und wir müssen dafür sorgen, dass Buckau trotzdem gefunden wird.“ Deshalb habe er seinen persönlichen Referenten beauftragt, gemeinsam mit den Buckauern ein Konzept zu erarbeiten. Bei Bedarf werde er auch dafür sorgen, dass finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden, so Trümper auf Nachfrage.

Die ersten Gespräche habe es bereits gegeben, die Buckauer seien sehr konstruktiv gewesen, hätten auch schon ein Konzept vorgelegt. Im Moment sei jedoch alles noch in der Findungsphase. Wichtig sei aus seiner Sicht, dass die Magdeburger Verkehrsbetriebe verlässliche Termine angeben.

Da während der Versammlung der Sitzung der Buckauer Gemeinwesenarbeitsgruppe am Dienstagabend noch Anträge für Geld aus dem Initiativfonds möglich waren und die Initiatoren der Image-Kampagne bereits mit einem Design-Unternehmen in Kontakt stehen, wurde spontan noch Geld für die Entwicklung eines Logos beantragt. Auch über die Bauzeit hinaus soll die Kampagne den Stadtteil positiv beeinflussen.

Alle, die Kontakt zu der Gruppe suchen, können sich an baustelle@engpass-buckau.de wenden. Das nächste Treffen findet am 29. Oktober, ab 19.30 Uhr, in der Martinstraße  13 statt.