Magdeburg l 232 Seiten umfasst eine im November 2020 veröffentlichte Studie, mit der Magdeburg den Radverkehr voranbringen kann. Vorgeschlagene Routen für Radschnellwege verbinden die City mit den verschiedenen Stadtteilen, mit Gewerbegebieten, Schulen und den Gemeinden im Umland. Untersucht wurden jeweils verschiedene Varianten. Hier eine Übersicht:

Herrenkrug - Biederitz - Möser - Burg

Die von den Berliner Studienautoren favorisierte Strecke führt über die Walther-Rathenau-Straße, den Nordbrückenzug, die Herrenkrugstraße und die Breitscheidstraße weiter in Richtung Biederitz. Im Gegensatz zu der alternativ untersuchten Strecke über den Strombrückenzug und über den Kanonenbahn-Radweg oder entlang der Bundesstraße 1 werden über diese Variante wichtige Einrichtungen wie Uni, Hochschule, Elbauenpark und Nemo direkt angebunden. Hinter Magdeburg könnte die Strecke über Biederitz, Gerwisch, Möser, Schermen und Detershagen bis nach Burg weitergeführt wegen.

Buckau - Fermersleben - Salbke - Westerhüsen - Schönebeck

Die Studie empfiehlt als Vorzugs­varainte ab der Porsestraße eine Strecke entlang der Bahntrasse, die erst noch geschaffen werden müsste. Ab Schanzenweg soll die Strecke entlang der Hauptstraße in Richtung Schönebeck geführt werden. Mit der Variante an der Bahnstrecke in Buckau könnten sich die Radfahrer sieben Ampeln sparen. In Schönebeck sind mehrere Varianten über Alt Frohse denkbar. Ziel aller Vorschläge ist der Bahnhof Schönebeck, und eine Verlängerung bis Bad Salzelmen ist denkbar.

Bördepark - Osterweddingen - Wanzleben

Ab der Porsestraße führt die empfohlene Variante über die Warschauer Straße zur Dodendorfer Straße. Von dort geht es weiter in die Bernhard-Kellermann-Straße und über Klostergraben zur Leipziger Chaussee. Die Linienführung folgt nach Querung der Leipziger Chaussee dem Neptunweg bis zum Hektorweg, biegt auf diesen ab und mündet in den Pallasweg. Diesem folgt die Route in westlicher Richtung zum Bördepark und schließlich in südlicher Richtung auf den teilweise unbefestigten Wirtschaftsweg am Großen Wiesengraben. Dieser Weg mündet in die Osterweddinger Chaussee und führt die Trasse schließlich in das Industrie- und Gewerbegebiet Osterweddingen. Ausdrücklich erwähnt wird die Anbindung Neu-Reforms.

Die Variante über das Glacis hatte keine Empfehlung bekommen, da hier weniger bewohnte Bereiche in die Wegeführung eingebunden würden.

Olvenstedt - Ebendorf - Haldensleben

Die empfohlene Strecke führt über den Damaschkeplatz sowie die Olvenstedter Straße bis zur Goethestraße in Richtung Europaring. Unter anderem über Harsdorfer Straße, Kranichweg, Bruno-Beye-Ring, Roggengrund und Olvenstedter Grund und Friedrich-Aue-Straße geht es weiter in die Agrarstraße und aus der Stadt hinaus in Richtung Ebendorf. Als Alternative wurden Strecken über die Olvenstedter Chaussee sowie entlang der B1 untersucht. Während die B1-Variante keine weitere Empfehlung bekam, ziehen die Autoren der Studie die Olvenstedter Chaussee als mögliche Ausbaustufe in Betracht, wenn diese für den Fahrradverkehr zum Beispiel als Fahrradstraße hergerichtet wird.

Als Fortführung im Landkreis Börde wären Strecken entlang der B71 oder auf Nebenwegen denkbar, so die Studienautoren.

Neustadt - Barleben - Wolmirstedt - Zielitz

Die Autoren bevorzugen eine Strecke durch die Telemannstraße zur Rothenseer Straße und Wasserkunststraße und dann weiter zum Schroteradweg.

Ab der Stadtgrenze Magdeburgs an der Barleber Chaussee führt die Trasse zunächst nach Barleben und über den Breiteweg. Durchgängige parallele Führungen auf Nebenstraßen sind hier kaum möglich. Die Linienführung folgt nördlich von Barleben der L47 in Richtung Wolmirstedt.

Ausstattung für die Beschleunigung

Bei der Einrichtung der Radschnellwege geht es zum einen darum, ausreichende Breiten der Wege zu schaffen, zum anderen einen Bodenbelag aufzutragen, der eine zügige Fahrt mit dem Zweirad ermöglicht. Schlaglöcher, Sand und lose Steine sind hier beispielsweise kaum hilfreich. Und auch Vorfahrt für den Radverkehr ist wünschenswert.

Neben der Empfehlung für fünf Routen haben die Autoren von Team Red aus Berlin auch empfohlen, in Magdeburg entlang den Bahnstrecken leistungsfähige Fahrradwege anzulegen.

Grüne fordern Geld für weitere Planungen

Damit das Thema weiter vorangeht, gibt es jetzt auch eine Initiative im Stadtrat. Madeleine Linke, Vorsitzende der Fraktion Grüne/Future, sagte der Volksstimme: „Ansonsten passiert da nach drei Jahren warten 2021 gar nichts an Planung oder Absprachen mit den umliegenden Gemeinden.“ Sie hat einen Änderungsantrag für den Haushalt eingebracht, mit dem Kosten für weitere Planungen in Höhe von 500.000 Euro abgesichert werden sollen. Entschieden wird über diesen Vorstoß im Magdeburger Stadtrat.