Magdeburg l Der rote Doppeldeckerbus ist bereits ein Blickfang für Touristen in Magdeburg und verbreitet in der sachsen-anhaltischen Landeshauptstadt großstädtisches Flair. Und auch die Fahrgastschiffe der Weißen Flotte bieten, so sie denn fahren können, ein schönes Angebot, die Stadt vom Wasser aus zu entdecken. Nun gibt es Bestrebungen, auch die Elbe zu nutzen, um innerhalb der Stadt von A nach B zu gelangen. Die Fraktion Gartenpartei/Tierschutzallianz hat einen Antrag gestellt, mit dem die Möglichkeiten des Einsatzes von Wassertaxis auf der Elbe geprüft werden sollen.

Die Verwaltung steht dem Wassertaxi als Teil des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) allerdings skeptisch gegenüber, wie Finanzbeigeordneter Klaus Zimmermann während der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses deutlich machte. Zur Begründung erklärte Zimmermann, dass der ÖPNV so abgestimmt sei, „dass die Elbe als Beförderungselement keine Rolle spielt“. Ein Mehrwert durch Wassertaxis sei nicht zu erwarten, und auch wirtschaftlich würde sich die Integration von Wassertaxis in den ÖPNV nicht rechnen. Interessant sei dagegen, Wassertaxis in entsprechender Form, und nachhaltig mit neuesten Technologien versehen, im touristischen Bereich als Hopperfahrzeuge in Ergänzung zu anderen Angeboten der Weißen Flotte einzusetzen. „Das halten wir durchaus auch für untersuchenswert“, sagte Zimmermann. Die Verwaltung sei ohnehin beauftragt, ein tragfähiges Konzept für die Weiße Flotte vorzulegen, „um langfristig im touristischen Bereich wirtschaftlich zu fahren“. Die Verwaltung werde die Möglichkeit von Wassertaxis bei der Entwicklung des Konzeptes mit untersuchen und dann auch die entsprechenden Ergebnisse vortragen, kündigte Zimmermann an. Die Verwaltung hatte bereits in einer früheren Information dargelegt, dass sich die Elbe in Magdeburg mit ihren wechselhaften Wasserständen nicht für den Einsatz von Wassertaxis eignen würde. Hingewiesen wurde auch auf einen hohen Kostenaufwand. Denn Anlegestellen im Bereich Herrenkrug, Elbauenpark, Wissenschaftshafen, Stadtpark, Mückenwirt sowie Buckau, Salbke und Westerhüsen seien zum Teil nicht geeignet, zum Teil müssten neue Anlegestellen eingerichtet werden – jede verbunden mit Kosten in Höhe von 50 000  bis 250 000  Euro, je nach Beschaffenheit des Ufers und der Erreichbarkeit aus der Fahrrinne.

Der Kulturausschuss lehnte den Antrag bei einer Nein-Stimme und drei Enthaltungen ab. Der Antrag wird nur in weiteren Ausschüssen disutiert. Die Entscheidung trifft der Stadtrat.