Magdeburg l An der Bundesstraße 1 in Magdeburg zwischen Neu-Olvenstedt und Stadtfeld-West ist in Fahrtrichtung Magdeburg eine Kontrollsäule für die Lkw-Maut aufgebaut worden. Die vier Meter hohen blauen Kontrollsäulen sind Teil der technischen Vorbereitung des Mautsystems auf die Ausweitung der Lkw-Maut auf alle Bundesstraßen zum 1. Juli 2018. Rund 600 Kontrollsäulen werden auf den Bundesstraßen überprüfen, ob vorbeifahrende Fahrzeuge mautpflichtig sind und die Gebühr ordnungsgemäß entrichten.

Die neuen stationären Kontrolleinrichtungen ergänzen die mobilen Kontrollen des Bundesamtes für Güterverkehr auf den Bundesstraßen. Im Gegensatz zu den Autobahnen werden auf Bundesstraßen keine Kontrollbrücken aufgebaut. Die Kontrollsäulen basieren aber auf einem ähnlichen Funktionsprinzip wie die Kontrollbrücken auf den Autobahnen. Eingriffe in die Natur und das Landschaftsbild bleiben so auf ein Minimum beschränkt.

Mautsäulen "blitzen" nicht

Toll Collect betont: Die Kontrollsäulen überprüfen ausschließlich, ob mautpflichtige Kraftfahrzeuge ab 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht die Maut korrekt bezahlen. Verkehrsteilnehmer können die Kontrollsäulen von „Blitzersäulen“ für die Geschwindigkeitsüberwachung dadurch unterscheiden, dass sie nicht nur blau lackiert, sondern auch fast vier Meter hoch sind.

Mit dem Bundesamt für Güterverkehr (BAG) habe Toll Col-lect die Standorte abgestimmt. Anschließend wurde geprüft, ob Strom- und Telekommunikations- anbindungen verfügbar sind und die bautechnischen Begehungen durchgeführt. Für jede einzelne Kontrollsäule werden die Standortplanungen zur Zustimmung bei den zuständigen Verwaltungsstellen eingereicht.

Kaum Straßensperrung für Aufbau

Liegt die Zustimmung vor, können die Tiefbauarbeiten ausgeführt werden, die mit dem Setzen des Fundaments die Voraussetzungen für den Aufbau der Kontrollsäulen schaffen. Durch die Anwendung moderner Bauverfahren reduzieren sich Straßensperrungen auf ein Minimum. Anschließend werden die Kontrollsäulen aufgebaut, die notwendige Hardware installiert und an die zentralen Rechensysteme angeschlossen.

Die Kontrollsäulen werden seitlich neben der Fahrbahn aufgestellt. Passiert ein mautpflichtiges Fahrzeug die Kontrollstelle, werden ein Übersichts-, ein Seitenansichts- und ein Kennzeichenbild erstellt. Das Fahrzeuggerät sendet die durch den Fahrer eingestellten sowie die auf der On-Board Unit gespeicherten Daten an die Kontrollsäule. Für die Richtigkeit der zu übermittelnden Daten sind das Unternehmen und der Fahrer verantwortlich. Die Bilder werden gegebenenfalls wieder verworfen.

Daten werden nach Abschluss gelöscht

Für die Erfassung von Fahrzeugen durch die Kontrollsäule habe der Gesetzgeber mit dem Bundesfernstraßenmautgesetz (BFStrMG) die gleichen Vorgaben erlassen wie für die Kontrollbrücken. Das Bundesfernstraßenmautgesetz nennt die Daten, die im Rahmen der Kontrolle erhoben werden dürfen. Es werden ausschließlich Daten von mautpflichtigen Kraftfahrzeugen ab 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht, bei denen der Verdacht auf einen Mautverstoß besteht, an ein Kontrollzentrum weitergeleitet und nach Abschluss des Verfahrens gelöscht. Hat der Kunde die Maut ordnungsgemäß bezahlt, werden die Daten sofort noch in der Kontrollsäule gelöscht.

Mautpflicht besteht derzeit in Deutschland auf Autobahnen und ausgewählten Bundesstraßen für Fahrzeuge und Fahrzeugkombinationen ab 7,5  Tonnen zulässigem Gesamtgewicht.