Magdeburg l Es sind vor allem die Wochenenden und Feiertage, an denen sich der Besucherverkehr im Stadtpark Magdeburg konzentriert – und das im ganz wörtlichen Sinn. Denn nicht nur mit dem Fahrrad, zu Fuß oder mit Bussen kommen die Magdeburger und ihre Gäste in den Park. Auch das Auto ist beliebt.

Vor allem im Umkreis des Heinrich-Heine-Platzes an der Stadthalle und am Cracauer Wasserfall würden Autofahrer aber nicht nur die vorgegebenen Parkflächen nutzen, sondern auch auf Grünflächen ihre Autos abstellen, beklagen Stadtrat Timo Gedlich und die Fraktion Bündnis  90/Die Grünen und wandten sich mit einer entsprechenden Anfrage an die Stadt. Hintergrund war, in Erfahrung zu bringen, wie dem Einhalt geboten werden könnte.

Knöllchen bleiben ohne Wirkung

Ordnungsbeigeordneter Holger Platz sieht als einzige Möglichkeit, der Lage Herr zu werden, eine Absperrung der entsprechenden Bereiche. Denn die Kontrollen des Ordnungsamtes samt Knöllchen hätten keine Erfolge erzielt.

Der Stadtpark werde in unregelmäßigen Abständen ab 10  Uhr morgens bestreift. Zwischen dem 1. Januar und dem 15.  Mai 2018 erteilten die Mitarbeiter insgesamt 256  gebührenpflichtige Verwarnungen, informiert Platz weiter. Eine statistische Unterteilung zwischen Werktagen und den Wochenenden liege nicht vor.

Keine eigenen Kräfte für Stadtpark

Ordnungskräfte, die nur für den Stadtpark eingesetzt werden, gebe es nicht, erklärte Platz. An den Wochenenden stünden tagsüber durchschnittlich vier bis sechs Mitarbeiter zur Verfügung, die neben den acht größeren Parkanlagen jedoch auch den ruhenden Straßenverkehr im gesamten Stadtgebiet überwachen müssen.

Sonnabends werden Ordnungshüter aus dem Stadtzentrum auch im Stadtpark eingesetzt, so Platz, allerdings entfielen dann natürlich die Kontrollen in der Innenstadt. „Ansonsten überwachen Vollzugskräfte alle Ordnungsthemen im Stadtpark, also vom Auto über Grillen, Hunde und Lärm bis zum Müll“, informiert der Ordnungsbeigeo rdnete.

Schwerpunkt bleibt Hasselbachplatz

Das Ordnungsamt sei nicht in der Lage, sich permanent wechselnden unterschiedlichen Erwartungshaltungen kurzfristig anzupassen. Dennoch gebe es wöchentliche Schwerpunktsetzungen im Rahmen der personellen Möglichkeiten. Den Schwerpunkt würden hier gegenwärtig jedoch der Hasselbachplatz und die Neue Neustadt bilden.

Zudem seien derzeit einige Stellen unbesetzt. Dafür neue Mitarbeiter zu gewinnen, daran werde in diesen Wochen gearbeitet. „So wird aktuell über die Besetzung von insgesamt sechs Stellen im Rahmen eines Ausschreibungsverfahrens entschieden“, so Platz.

Fürs Abpollern fehlt das Geld

Um das Befahren von beziehungsweise Parken auf Grünflächen zu verhindern, sei aus Sicht des Eigenbetriebes Stadtgarten und Friedhöfe lediglich das Abpollern eine zweckmäßige Variante. Dafür fehle dem Stadtgartenbetrieb aber sowohl das Geld als auch das Personal. Zudem habe das Absperren der Bereiche mit Pollern einen erhöhten Arbeitsaufwand in der Pflege zur Folge, was wiederum zu längeren Intervallen beim Mähen führe.

Zudem müssten Poller aufgrund des bestehenden Denkmalschutzes zunächst mit der Behörde abgeklärt werden.

Bleibt vorerst also nur, an die Vernunft der Autofahrer zu appellieren, sich an die geltenden Regeln zu halten.