Magdeburg l Für eine Anbindung der Grundschule in Magdeburg-Westerhüsen gebe es keinen Auftrag, hieß es von Vertretern der Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB) während der Vorstellung des Fahrplans für die reaktivierte Linie 66. Bei der Schleifenfahrt zwischen dem Einkaufszentrum und Westerhüsen werden Schüler zwar in den Morgen- und Nachmittagsstunden berücksichtigt. Allerdings nur jene, die die Schulen im Stadtteil Reform besuchen.

Abstimmung auf den Schuleinzugsbereich

Dass Grundschüler aus der Ortschaft ab dem kommenden Schuljahr jedoch nicht mehr in der Lindenhof-Grundschule am Neptunweg, sondern in der Grundschule Europaschule Westerhüsen eingeschult werden, sollte bei der Streckenführung beachtet werden. Dieser Meinung ist nicht nur Ortsbürgermeister Nico Zenker (SPD), sondern auch eine Vielzahl interessierter Bewohner, die sich an den Bürgerversammlungen der Gemeinwesenarbeitsgruppe (GWA) Beyendorf-Sohlen beteiligt haben, die eigens zur Buslinie 66 mit Vertretern der Verkehrsbetriebe organisiert wurden.

Das Grundschul-Thema ist zwischenzeitlich von Zenker in die Verwaltung getragen worden. In einer Stellungnahme heißt es, dass mit der Änderung des Schuleinzugsbereichs für eine Übergangszeit „Schülerverkehre zu beiden Grundschulstandorten erfolgen werden“. Beim Betriebskonzept mit dem 60-Minuten-Takt und einem Fahrzeug, das im Einsatz ist, schließen die MVB eine Anbindung beider Schulen zu Schulanfangs- und Schulschlusszeiten aus, lässt die Verwaltung wissen. Bei einer Abstimmung der Abfahrts- beziehungsweise Ankunftszeiten mit den Schulzeiten können Überschneidungen auftreten. Im Falle konkurrierender Anforderungen müssen „Möglichkeiten für die Veränderungen von Schulanfangs- und Schulendzeiten geprüft, bezüglich der Fahrplangestaltung der Linie 66 Prioritäten gesetzt und letztlich tragbare Kompromisslösungen gefunden werden“.

Situation ändert sich durch Bauvorhaben

Die Abstimmungen sind noch nicht abgeschlossen. Allerdings scheint es aus neutraler Sicht effektiver zu sein, Schülern den Vorzug zu geben, die die Grund- und Sekundarschule sowie das Gymnasium in Reform besuchen. Deren Zahl übersteigt jene der Grundschüler, die ab Sommer die Schule in Westerhüsen besuchen werden.

Ab dem Schuljahr 2021/22 ändert sich die Situation zudem: Dann startet voraussichtlich die Sanierung und die Erweiterung der Westerhüser Schule durch einen Neubau sowie der Neubau einer Sporthalle. Die Schule soll während der Bauzeit in der neuen Grundschule an der Bertolt-Brecht-Straße (ehemalige Brechtschule) im Stadtteil Leipziger Straße untergebracht werden. Die Fertigstellung ist für das Schuljahr 2023/24 geplant. Die Einrichtung eines separaten Schülerverkehrs sei zwischen dem Fachbereich Schule und Sport (FB 40) und den Verkehrsbetrieben noch zu prüfen, so der Beigeordnete Dieter Scheidemann.