Magdeburg l Die neue Straßenbahn-Trasse durch Magdeburg, die derzeit von den Magdeburger Verkehrsbetrieben (MVB) errichtet wird, polarisiert. Am 14. März 2019 informierten sich rund 200 Anwohner im Kannenstieg über den Bauabschnitt in ihrem Viertel. Das Interesse war wesentlich größer, doch mehr Bürger passten in den Raum in der Grundschule nicht rein. Hier stellten sich unter anderem die MVB-Chefin sowie Planer des Projekts den Fragen der Bürger.

Wegen des großen Andrangs soll es am 28. März, 18 Uhr, im Speisesaal der MVB, Otto-von-Guericke-Straße 25, eine weitere Infoveranstaltung zum Thema Gleisbau im Kannenstieg geben. Das wurde vor Ort spontan entschieden.

Genau genommen wurde am Donnerstagabend der Bauabschnitt 6 vorgestellt. Die Diskussionen wurden emotional geführt. Der Bauabschnitt umfasst eine einen Kilometer lange Straßenbahntrasse durch die Johannes-R.-Becher-Straße. In den vergangenen Wochen wurde bereits mit der Baufeldfreimachung begonnen. Mehr als 100 Bäume waren gefällt worden und hatten für Unmut gesorgt. Denn selbst wenn die Verkehrsbetriebe Nachpflanzungen versprechen, dauere es Jahrzehnte, bis die kleinen Bäume die Größe der gefällten Bäume erreicht haben, heißt es von Kritikern.

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Ziel der Bürgerversammlung war jedoch, die mit dem Bau verbundenen Einschränkungen in der Verkehrs- und Wegeführung während der Bauzeit vorzustellen. Und das taten dann die Vertreter der ausführenden Baufirmen auch.

Die Veranstaltung wurde vom Ordnungsamt und zwei Security-Männern abgesichert. Weil einige Bürger, die nicht mehr reinkamen, ständig an der Tür laut auf sich aufmerksam machten, kam die Polizei zu Hilfe. Zuletzt hatten MVB-Chefin Birgit Münster-Rendel und OB Lutz Trümper gar Morddrohungen erhalten. An Haltestellen im Norden der Stadt waren diese ausgehängt worden. Trümper nahm an der Veranstaltung nicht teil.