Magdeburg l Es war eine spannende Aufgabe für Martin Stefke und Friederike Drews. In den vergangenen Monaten haben sie sich intensiv mit dem Leben des heiligen Norbert auseinandergesetzt, alte Schriften gewälzt und Interviews geführt. Entstanden ist daraus die Videoinstallation „Nam in Loco Hoc“. Auf sechs Kanälen lassen sie die Geschichte des Heiligen, der auch den Prämonstratenserorden in Magdeburg im Kloster Unser Lieben Frauen gründete, lebendig werden.

In der dazugehörigen Audiotonspur, die in den Audioguide des Kunstmuseums eingearbeitet wird, kommen auch Magdeburger zu Wort, die das Projekt unterstützt haben. Die beiden Freischaffenden führten Interviews mit Pater Clemens Dölken vom Prämonstratenserorden sowie Andreas Hornemann als Kunsthistoriker.

900 Jahre Geschichte in Magdeburg

„Es war schnell klar, dass wir einen Spagat schaffen mussten zwischen der bewegten Geschichte der Person und der bewegten Geschichte des Raumes“, erzählt Autor und Publizist Martin Stefke. Denn das Gebäude und gerade dieser Bereich wurde in kurzen Abständen immer wieder umgebaut. Das bis ins letzte Detail zu erklären, ist im Rahmen einer Videoinstallation natürlich nicht möglich. Aber der Besucher sollte wissen, dass es so war. Schließlich sind es etwa 900 Jahre Geschichte, die seit dem heiligen Norbert vergangen sind.

Wie sich das Gebäude verändert hat, wird unter anderem auch durch alte Fotografien deutlich, die über die unterschiedlichen Kanäle ausgespielt werden. Verarbeitet haben die beiden zudem Abbildungen aus dem Traditionskodex aus dem Kloster Weißenau aus der Zeit um 1530. „Wir sind sehr froh, dass wir diese Bilder verwenden durften“, sagen die beiden. Wie in einem Comic oder Märchenbuch wird darin die Geschichte des heiligen Norbert und seines Wirkens in Magdeburg geschildert.

Nahaufnahmen der Elbe

Eingebettet wurden aber auch Aufnahmen von Feuer und Wasser, die bei jedem Besucher unterschiedliche Assoziationen wecken können, den einen vielleicht zum Nachdenken über Zeit bringen, den anderen religiös inspirieren und wieder andere einfach meditativ. Die Aufnahmen stammen vom Magdeburger Filmproduzenten Peter Bräuning, der unter anderem Nahaufnahmen der Elbe beisteuerte. Für die Videoinstallation insgesamt sind die Bilder die Möglichkeit, Übergänge zwischen den einzelnen Passagen zu schaffen.

Während die Audiospur etwa 30 Minuten dauert, dauert die Videoinstallation 15 Minuten und wird von jenen Besuchern, die sich die ganze Audiospur anhören, zweimal gesehen. Und das ist auch gut so. Denn die sechs Kanäle, von denen je zwei auf einer Wand gezeigt werden, präsentieren unterschiedliche Bilder. So hat man die Gelegenheit, alles einmal zu sehen.

Die Installation wurde gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes durch das Programm Sachsen-Anhalt Regio.