Magdeburg l Was kann ich mit nur 20 Euro auf der Magdeburger Frühjahrsmesse erleben? Das wollte ich wissen und wagte den Test.

Bevor es in Fahrgeschäfte ging, versuchte ich mein Glück beim „Blumen pflücken“. Statt Lose aufzuknibbeln, durfte ich mir für fünf Euro vier von rund 300 bunten Stoffblumen pflücken. Klebeband am Stiel der Plüschblumen signalisiert ein glückliches Händchen. Kein Klebeband, kein Gewinn. Diese Nieten-Blümchen darf man aber ohnehin behalten. Nach kurzer Erklärung ging es also los.

Hauptgewinn in einer Blume

Blaue Blume: Niete. Orangene Blume: Niete. Rosa Blume: Niete. Rote Blume: Treffer. Ich konnte es kaum fassen. Ich, die in ihrem Leben bei Glücksspielen bis auf Riesenkugelschreiber oder ähnlichem Klimbim noch nie etwas gewonnen hatte, durfte mir dank dieses Glücksgriffs einen Hauptgewinn aussuchen.

Bilder

Meine Wahl fiel auf eine Dartscheibe. Wie lang auch immer die bespielbar ist, ist mir egal. Mit bunten Plüschtieren und Kinderspielzeug kann ich nun mal rein gar nichts anfangen.

Sicht auf Magdeburg

Voller Freude über meinen Gewinn nahm ich jetzt also all meinen Mut zusammen und wagte mich für vier Euro in den „Bayern-Star“, ein Kettenkarussell, das seine Fahrgäste auf bis zu 30 Metern schweben lässt. Perfekt, um die Aussicht zu genießen. Und tatsächlich: Das Messegelände während der viereinhalbminütigen Fahrt mal von oben zu sehen, ist interessant und der Anblick unserer schönen Altstadt einfach toll.

Nach der entspannten Fahrt stand mir der Sinn nach etwas Aufregendem. Diese Spannung versprach ich mir von der „Fantastic World“. Für drei Euro ging es zu Fuß im wahrsten Sinne des Wortes über Stock und Stein – in sehr engen Gängen. Ausgestattet mit einer Verzerr-Brille ertastete ich mir den schmalen Weg durch das Labyrinth – ohne Hilfe der Hände wäre ich vermutlich gegen Dutzende Scheiben gerannt –, quetschte mich durch gebogene Metallstangen und an dicken Boxsäcken entlang.

Spaß für Familien

Da ich zuvor schon andere solcher „Action-Häuser“ kannte, hatte ich mir etwas mehr versprochen. Für Familien mit Kindern ist die „Fantastic World“ aber sicher spaßig.

Weil die erhoffte Aufregung ausgeblieben ist, ging ich also aufs Ganze: ab in die „Sound-Machine“. Drei Dreh- und Überschlagbewegungen gleichzeitig standen mir bevor. Ganz sicher bin ich mir nicht – denn wo oben und unten war, wusste ich während der Fahrt nicht mehr – aber ich glaube mein persönlicher Rekord waren drei Überschläge nacheinander.

Actionreicher Fahrspaß

Ziemlich verwuschelt, sowohl auf als auch im Kopf kletterte ich auf wackeligen Beinen aus dem Fahrgeschäft. Wer auf actionreichen Fahrspaß steht, investiert die vier Euro pro Fahrt bei der „Sound Machine“ genau richtig.

Ich konnte nicht genug Action bekommen und setzte mich kurzerhand noch in den „Musikladen“. In dem ging es für drei Euro mehrere Runden vorwärts und rückwärts. Da war der Drehwurm programmiert.

Kein Messebesuch ohne Schmalzkuchen

Kassensturz: Mittlerweile hatte ich 19 Euro ausgegeben aber noch gar nichts gegessen. Aber für einen Euro was essbares finden? Egal. Dann gebe ich eben ein bisschen mehr als 20 Euro aus. Und weil Schmalzkuchen zu einem echten Messebesuch einfach dazugehören, drückte ich in Bezug auf mein Limit von 20 Euro ein Auge zu und gönnte mir eine leckere Portion Schmalzkuchen für 2,50 Euro.

Somit waren es letztendlich 21,50 Euro, die ich an diesem Nachmittag auf der Magdeburger Frühjahrsmesse ausgegeben hatte. Dafür hatte ich dann immerhin fünf Fahrgeschäfte ausprobiert und noch eine süße Leckerei zum Abschluss gegessen.

Positiv überrascht

Eigentlich hätte ich mit weniger Fahrspaß für mein Geld gerechnet und war von meinem ersten Messebesuch seit Jahren somit doch positiv überrascht und freue mich schon jetzt auf die nächste Fahrt mit der „Sound-Machine“.

Übrigens: Die Frühjahrsmesse kann bis 15. April 2018 besucht werden.