Magdeburg l Plötzlich ging es ganz schnell. Am Montag, 27. Juni, haben sich Mitglieder der Gemeinwesenarbeitsgruppe (GWA) Lemsdorf, des Heimatvereins und Bewohner sowie Vertreter des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) mit jenen der Verkehrsbehörde getroffen, um gemeinsam die Situation im Kreuzungsbereich Eisleber Straße/Kirschweg zu erörtern. Als Problem ist dabei die Querung von Fußgängern sowie Radfahrern ausgemacht worden, welche den Weg von Lemsdorf nach Reform, etwa zum Nahversorgungszentrum und Ärztehaus, antreten: Sie befanden sich bisher an der vielbefahrene Straße (Kirschweg) gegenüber dem Verkehr vom Ring im Hintertreffen.

Dies gehört nun der Vergangenheit an. Denn die Stadt hat eine Vorfahrtsänderung vorgenommen und folgt damit dem Wunsch, der bei dem gemeinsamen Termin als Lösung des Querungsproblems geäußert wurde. Konkret heißt das, dass der Übergang der Eisleber Straße in den Kirschweg nun nicht mehr als Neben-, sondern Hauptstraße geführt wird. Autofahrer, welche die Ringabfahrt „Kirschweg“ nutzen, befinden sich an der Kreuzung auf der Nebenstraße und müssen nun Vorfahrt gewähren. Markierungen auf den Fahrbahnen sind aufgetragen worden, Schilder weisen auf die Änderungen hin. „Wir sind froh, dass die Stadt dem Vorschlag gefolgt ist und gleichzeitig positiv überrascht, wie schnell die Änderung vorgenommen wurde“, so GWA-Sprecher Denny Hitzeroth.

Neue Bewertung

Bereits im März 2013 ist von Winfried Seitz bei einem Treffen der Lemsdorfer GWA die Situation der Fußgänger angesprochen und der Vorschlag zur Vorfahrtsänderung unterbreitet worden. Mit Verweis auf die Verkehrszahlen (2010 sind 6250 Fahrzeuge gezählt worden, die täglich die Strecke Reform-Magdeburger Ring nutzten, dem gegenüber standen 5600 Fahrzeuge auf dem Weg von der Eisleber Straße zur Ringbrücke) ist dieser damals zurückgewiesen worden. Zudem wurde der Kreuzungsbereich mit Blick auf die Verkehrsunfallzahlen nicht als Unfallschwerpunkt eingestuft. Die Stadt beschreibt die Zahlen, die bei einer Verkehrszählung ermittelt wurden, annähernd gleich ein. „Eine abbiegende Vorfahrtsstraße darf nur angeordnet werden, wenn der abbiegende Verkehr in Zahlen übermäßig größer ist als der geradeausfahrende Verkehr. Da dies hier nicht mehr gegeben war, konnte die Änderung der Vorfahrt erfolgen“, so Stadtsprecherin Kerstin Kinszorra auf Nachfrage. Weil die aus Richtung Magdeburger Ring kommenden Fahrzeuge nun die Vorfahrt beachten müssten, würden nun auch Fußgänger und Radfahrer besser beachtet und wahrgenommen, „so dass diese leichter die Kreuzung queren können“.

Bilder

Die Vorfahrtsänderung kommt auch den Rettungswagen zugute, die von der Rettungswache des ASB an der Eisleber Straße aus starten. Darauf verwies der Vorstandsvorsitzende des Regionalverbandes, Oliver Müller, gegenüber der Volksstimme: „Sie müssen nun nicht mehr bergauf an der Kreuzung stehen bleiben, wenn sie sich in Richtung Reform bewegen. Dies bedeutet eine Verbesserung der Verkehrssituation.“

Gewöhnungsbedürftig

Dass die nun eingeführte Änderung noch gewöhnungsbedürftig ist, zeigt sich beim Beobachten des Kreuzungsbereichs. Ein ums andere Mal fuhren Autofahrer von der Ringabfahrt direkt auf die Ringbrücke in Richtung Reform und nahmen dabei den aus Richtung Lemsdorf kommenden Fahrzeugen die Vorfahrt. Allerdings sind zwei voneinander versetzte Schilder, die auf die Vorfahrtsänderung hinweisen, an der Abfahrt aufgestellt worden. Unsicherheiten lassen sich aber auch bei den Verkehrsteilnehmern feststellen, welche von der Eisleber Straße in den Kirschweg fahren. Mit der neuen Regelung befinden sie sich zwar auf der Hauptstraße. Das neu gewonnene Recht, von der Vorfahrtsregelung Gebrauch zu machen, ließen einige aber verstreichen und überließen die Vorfahrt jenen, die aus Richtung Magdeburger Ring kamen. Dies zeigte sich am Dienstag und wird wohl noch eine Weile anhalten.

Mit der Veränderung hat die Ringabfahrt Reform/Lemsdorf auch ihre Besonderheit verloren: Sie war die einzige Abfahrt, die als Hauptstraße weitergeführt wurde.