Magdeburg l Die Magdeburger Verkehrsbetriebe haben im vergangenen Jahr an Passagieren verloren. Dies bestätigt MVB-Sprecher Tim Stein gegenüber der Volksstimme: „In unserem Jahresbericht haben wir 1,1 Millionen weniger Passagiere ausgewiesen.“ Dabei handelt es sich um den von Wirtschaftsprüfern bestätigten Wert, bei dem die sogenannten Unternehmensbeförderungszahlen maßgeblich sind. Bei diesen werden die Passagiere nicht erneut gezählt, wenn sie umsteigen. Insgesamt hatten die MVB im vergangenen Jahr nach dieser Berechnung 43 Millionen Fahrgäste.

Als Grund sieht Tim Stein die gesunkene Attraktivität der Straßenbahn durch die Tunnelbaustelle. „Viele Menschen aus Stadtfeld haben eher das Fahrrad genutzt oder sind gelaufen, anstatt mit der Linie 41 über Sudenburg und die südliche Altstadt ins Stadtzentrum zu fahren.“ Hinzu kommen die Einschränkungen, mit denen sich die Fahrgäste während der Sperrungen rund um den Bau des Gleisvierecks an der Kreuzung Halberstädter Straße /Wiener Straße/ Südring arrangieren mussten. „Wir hoffen aber, dass wir trotz der anhaltenden Vollsperrung unter den Bahnhofsbrücken die Fahrgastzahlen stabilisieren oder vielleicht sogar leicht steigern können. Dazu sollen auch die neuen Linienführungen beitragen, dank denen Stadtfelder nun ohne Umstieg die Innenstadt erreichen“, sagt Tim Stein.

Preiserhöhung bleibt ein Thema

In den vergangenen Tagen hatte nicht zuletzt die für den 1. August geplante Erhöhung der Fahrpreise für Diskussionen gesorgt. Diese wurden von den im Marego-Verkehrsverbund organisierten Verkehrsunternehmen – neben den MVB sind dies auch die Deutsche Bahn, Transdev und regionale Busunternehmen – gemeinsam beschlossen. Die Preiserhöhung sei notwendig, um die stetig steigenden laufenden Kosten decken zu können, erläutert der MVB-Sprecher. „Neben den Energiekosten schlagen vor allem die Preissteigerungen bei Dienstleistungen wie Reinigung und Reparaturen, unter anderem infolge der Erhöhung des Mindestlohnes, zu Buche. Auch die internen Personalkosten der Verkehrsunternehmen sind nach Anpassungen der Entgelttarife merklich gestiegen.“ Allein dafür müssen die MVB in diesem Jahr gut zwei Millionen Euro mehr aufwenden.

Die Stadt Magdeburg als Gesellschafter hat die MVB im zurückliegenden Jahr mit 18,86 Millionen Euro bezuschusst. Im Vergleich zum Jahr 2015 ist dies ein Anstieg um gut zwei Millionen Euro. „Die Stadt bekennt sich damit eindeutig zu einem guten öffentlichen Nahverkehr, der für alle Bürgerinnen und Bürger bezahlbar bleibt“, meint MVB-Sprecher Tim Stein.

Kritik vom ehemaligen Chef des MVB-Aufsichtsr

Frank Theile, der kurzzeitig als Aufsichtsratschef der MVB fungierte und heute Vorsitzender der Stadtratsfraktion Linke für Magdeburg ist, sieht dennoch Diskussionsbedarf in Sachen MVB angesichts der geplanten Preiserhöhung: „Niemand kann u. a. nachvollziehen, warum zum Beispiel im Norden Magdeburgs an einer durchaus umstrittenen Trassenführung für viele Millionen Euro stur festgehalten wird. Im Süden klappern, nach Auskunft der Stadtverwaltung und angeblich ohne irgendeine Organisationsalternative, stundenlang fast leere Busse durch die Wohngebiete, und Fahrgäste beklagen seit langem immer wieder Unpünktlichkeit.“ Für fragwürdig hält der Linkenpolitiker auch den Umstand, dass Kritiker der MVB oft nur als störend empfunden würden.