Magdeburg l Bereits vor der Eröffnung des Weihnachtsmarktes warnte die Magdeburger Polizei vor Taschendieben, die das Gedränge auf dem Markt nutzen würden, um Beute zu machen. Und die Polizei sollte auch Recht behalten. Ein Blick in die Journale offenbart, dass die Kriminellen in fünf Fällen erfolgreich gewesen sind. Zumindest wurden fünf Fälle bei der Polizei auch angezeigt.

Am Lesertelefon der Volksstimme meldete sich zudem ein Magdeburger, der davon berichtete, dass seine Frau bei einem Besuch mit ihrem Enkelkind auf dem Weihnachtsmarkt ebenfalls beinahe zum Opfer geworden wäre. „Meine Frau wurde von einem Mann angerempelt. Er sagte dann, dass er sie dabei versehentlich mit Senf beschmiert hätte, und bot an, ihre Jacke zu reinigen. Ein Zweiter kam dazu und wollte solange ihre Handtasche halten. Doch mein Enkel hat die Handtasche ganz fest gehalten“, berichtete der Senior, der nachschob: „Was sind denn das für Menschen, die andere auf einem Weihnachtsmarkt bestehlen wollen?“.

Ehrlicher Finder bringt Geldbörse

Tatsächlich ist es genau solch eine Masche, die die Taschendiebe auf Märkten häufig anwenden, weiß auch die Polizei und warnt entsprechend davor. In solchen Fällen sollte man die angebotene Reinigung ablehnen und versuchen, Anstand zu dem „Anrempler“ zu gewinnen. Wertgegenstände sollten zudem ohnehin in der verschlossenen Handtasche oder aber in der Jackeninnentasche beispielsweise aufbewahrt werden, damit sie nicht leichte Beute sind.

Es gibt aber auch ehrliche Mitmenschen auf dem Weihnachtsmarkt. So gab ein Marktbesucher eine Geldbörse bei der Polizei ab, die er gefunden hatte. „Ausweispapiere, Karten und Bargeld waren noch drin“, berichtete Sebastian Alisch von der Magdeburger Polizei. Er ist für die Einsätze der Regionalbereichsbeamten der Magdeburger Polizei zuständig. Die RBB laufen gemeinsam mit dem Ordnungsamt der Stadt auf dem Weihnachtsmarkt Streife, sind für Fragen und Probleme ansprechbar, zeigen Präsenz. „Wenn die Kollegen bei ihren Rundgängen beispielsweise sehen, dass die Brieftasche herausragt oder die Handtasche zu weit geöffnet ist, dann sprechen sie die Besucher natürlich auch darauf an“, so Sebastian Alisch.

Neben den Taschendiebstählen musste die Polizei bislang auf dem Weihnachtsmarkt vor allem bei Suchen nach plötzlich verschwundenen Kindern helfen, auch ein Senior ging im Gewimmel „verloren“. Alle Vermissten konnten allerdings nach kurzer Zeit wohlbehalten gefunden werden, so Sebastian Alisch.

Versuchter Einbruch auf Weihnachtsmarkt

Ansonsten zeigen die Journale der Polizei die typischen Vorfälle bei Weihnachtsmärkten, wo Alkohol im Spiel ist: Urinieren in der Öffentlichkeit, Körperverletzungen nach Streit. So gerieten beispielsweise ein Marktbesucher und ein Händler in Streit, weil das Wechselgeld angeblich nicht richtig rausgegeben worden ist. Das Ganze mündete in eine Schubserei und eine Anzeige. Auch einen besonders schweren Fall von Diebstahl hat die Polizei auf dem Weihnachtsmarkt aufgenommen. Unbekannte hatten bei einem Ausstellerwagen ein Rad abgebaut und damit versucht, die Scheibe eines Spielautomaten einzuschlagen.

Unter dem Strich zieht die Polizei jedoch bislang ein positives Fazit. Angesichts der großen Zahl an Besuchern, verläuft der Weihnachtsmarkt bislang ruhig.