Magdeburg l Ambrosium heißt der Sekt, den die beiden Magdeburger Anke Sterzing und Tommy Hielscher entwickelt haben. Das Besondere: Als eine Art „Beauty Secco“ enthält dieser das u. a. aus der Wellness-Branche bekannte Kollagen.

Im Wellnesshotel immer nur langweilige Eiweißgetränke oder fade Tees zu sich zu nehmen – das wollte Anke Sterzing aus Magdeburg vor einem Jahr nicht mehr. Sie sagt: „Aber wir haben einfach nichts auf dem Markt gefunden, was unseren Vorstellungen entsprach.“ Deshalb waren die beiden schnell zu dem Entschluss gelangt: Wir entwickeln etwas Eigenes. Innerhalb von wenigen Monaten haben sie auf diesem Wege einen „Beauty Secco“ unter dem Namen „Ambrosium“ bis zur Marktreife gebracht.

Prickelnde Schönheitskur

Dieser soll den Genuss des prickelnden Getränks mit der Zufuhr von Kollagen verbinden. Kollagen ist ein Eiweiß, das sich in großen Mengen in Tieren und damit auch im Menschen unter anderem in Sehnen, Bändern, Knochen und Knorpeln wiederfindet. Das Eiweiß gehört zu den Stoffen, denen in der Wellnessbranche positive Effekte u. a. für die Haut zugeschrieben werden. Sprich: Kollagen soll bei der Verlangsamung von Alterserscheinungen wirken, also wie eine Schönheitskur auch von innen.

Es darf nicht flocken

Ziel der beiden Magdeburger war es, mindestens zehn Gramm Kollagen in einer Flasche Sekt mit unterzubringen. „Und das ist gar nicht so einfach“, sagt Tommy Hielscher.

Zum einen wollten die beiden einen hochwertigen Wein als Grundlage für den Sekt finden. Unterwegs waren sie dazu in Hessen, im Saale-Unstrut-Gebiet und in Rheinland-Pfalz. Fündig geworden sind sie bei einem Winzer in Neustadt an der Weinstraße.

Herstellung bleibt ein Geheimnis

Die viel größere Herausforderung: Wie bekommt man das Kollagen, das von einem Zulieferer aus Österreich stammt, in den Sekt? Das Problem an dieser Aufgabe: Das Eiweiß darf sich vom Sekt nicht trennen, es darf also nicht ausflocken.

Etliche Versuche später, bei denen die Erfinder auch mit Wissenschaftlern von der Hochschule Anhalt zusammengearbeitet haben, waren sie mit der Technologie und dem Produkt zufrieden. Wie genau das Eiweiß in den Sekt kommt, ist natürlich ein Firmengeheimnis der Magdeburger.

Genau nach den Anweisungen aus der sachsen-anhaltischen Landeshauptstadt wird das Produkt jetzt in Neustadt immer so viel produziert, wie gerade gebraucht wird.

Interesse auch in China

Nachdem das Produkt fertig und in ausreichender Zahl verfügbar war, ging es an den Vertrieb. „Auch das ist etwas ganz Eigenes“, sagt Anke Sterzing. Klar: Die promovierte Wirtschaftswissenschaftlerin, die sonst an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg tätig ist, weiß, worum es beim Marketing geht. „Aber wenn man zu Hause auf dem Schreibtisch 200 Arbeiten liegen hat, die korrigiert werden sollen, dann muss man erst einmal die Zeit finden, Messen zu besuchen und sich mit den Vertretern aus Handel und Gastronomie zu treffen“, berichtet sie. Auch mit potenziellen Partnern in China wurden Kontakte geknüpft. Tommy Hielscher, der hauptberuflich an seiner Promotion im Bereich Informatik an der Uni arbeitet, sagt: „China ist für solche Ideen offenbar ein sehr interessanter Markt. Allerdings braucht es dort einige Zeit aufgrund sehr umfangreicher Tests, bevor ein Lebensmittel eingeführt werden darf.“ In Deutschland gibt es für das Erzeugnis, das ja aus bekannten Zutaten besteht, keine bürokratischen Hürden.

Auch in Deutschland und benachbarten europäischen Ländern haben die beiden Interessenten in Gastronomie und Handel gefunden. Derzeit haben sie ihr Lager in Groß Ammensleben in der Börde. „Wenn sich der Verkauf von ,Ambrosium‘ weiter so gut entwickelt, können wir ja vielleicht in Magdeburg eine eigene Sektkellerei aufmachen“, meint Anke Sterzing mit einem Augenzwinkern.