Magdeburg l Der Alte Markt in Magdeburg soll umgestaltet werden. Die Stadt hat den Realisierungswettbewerb dafür bereits bekanntgemacht. Die ersten 17 Anfragen liegen auch schon vor. Bis zur Ausschreibung wird es jedoch noch dauern. Denn an der genauen Aufgabenstellung wird noch gearbeitet. Und die werde nach einem Kolloquium vom 27. März 2019 im Alten Rathaus noch einmal überarbeitet, kündigt Stadtplanerin Heide Grosche an.

Bürger vor Ort plädierten an jenem Abend für mehr Bäume und eine Lösung, die auch den Fahrradverkehr berücksichtigt. Daneben ging es im Kolloquium um Anwohnerbeschwerden zur Lautstärke bei Veranstaltungen, die aber nicht Aufgabe des Wettbewerbs sind.

Sieger-Entwurf wird umgesetzt

Bei dem Verfahren handelt es sich um einen Realisierungswettbewerb. Das bedeutet, dass der Sieger-Entwurf auch umgesetzt wird, wenn die Stadt das Geld zur Verfügung hat. Bürger dürfen sich die Entwürfe einen Tag vor den Preisrichtern anschauen. Vertreten sind darin Amtsleiter der Stadt, aber auch Experten aus Berlin, München, Dresden und Weimar. Eine längere öffentliche Debatte über die konkreten Entwürfe wird es im Vorfeld der Jury-Entscheidung nicht geben. Dazu Heide Grosche: „Es handelt sich um ein Fachverfahren. Die Regularien müssen eingehalten werden.“

Die Stadt Magdeburg habe sich mit dem Zugeständnis, die Entwürfe einen Tag vorher zu zeigen, bereits „weit aus dem Fenster gelehnt“, erklärte sie. Zudem seien Bürgerwünsche in die Ausschreibung eingeflossen.

Neues Lichtkonzept

Einbezogen wird zwar ein Lichtkonzept. Die Fassadengestaltung müsste jedoch in einem weiteren Verfahren in Angriff genommen werden. Denn der Wettbewerb bezieht sich allein auf die Oberflächengestaltung.

Und das sind die Bedingungen:

Alter Markt
Der Alte Markt soll eine einheitliche Fläche werden, die barrierefrei begehbar ist, damit niemand vom Marktgeschehen ausgeschlossen wird. Das Marktwesen soll gestärkt werden, indem die Vorsungsleitungen für Markttreiber verbessert werden. Der Magdeburger Reiter und Roland sollen an ihren angestammten Orten bleiben. Der Eulenspiegelbrunnen kann versetzt werden.

Außerdem soll es eine Vorrichtung für einen Maibaum bzw. einen Weihnachtsbaum geben. Begrünende Elemente sind ausdrücklich erwünscht, dürften aber nicht den Marktbetrieb einschränken. Radfahrer sollen die Möglichkeit bekommen, den Platz zu nutzen und auch zu befahren. Einen Radweg soll es nicht geben.

An der Hauptwache
Im Bereich des Platzes an der Hauptwache soll eine weitere Bebauung im östlichen Bereich möglich sein. Die Spenderbäume am Neuen Rathaus sollen erhalten bleiben. Während in anderen Bereichen der Fahrzeugverkehr soweit wie möglich ausgeschlossen werden soll, ist an der Hauptwache ein Mischverkehr zulässig.

Martin-Luther-Platz
Dort sollen Grünanlagen erhalten und weiter etabliert werden. Die Planer sollen sich überlegen, wie mit die angrenzenden Becken integriert werden können.

Hartstraße
Die historischen Straßenbahngleise im Bereich der Hartstraße sollen erhalten und in die Planung integriert werden, so dass dort auch in Zukunft die Fahrten mit der historischen Straßenbahn beginnen können. Anwohner sollen weiterhin die Möglichkeit haben, den Hof über die Hartstraße zu erreichen. Allerdings sollen sie künftig nur über diesen Weg auf die Höfe fahren können.

Buttergasse
Fahrradboxen befinden sich derzeit noch in der Buttergasse. Auch in Zukunft soll es Möglichkeiten zum Abstellen geben, außerdem Anschlüsse zum Laden von E-Bikes.