Gesundheit

Wie geht es den jüngsten Magdeburgern in der Pandemie?

Wie haben Kinder und Jugendliche bisher die Corona-Pandemie erlebt? Mit der neuen Broschüre „Otto fragt seine Kinder“ sollen Antworten auf die Frage gefunden werden. 10.000 Familien sollen die Broschüre noch vor den Sommerferien bekommen und sind aufgefordert, mitzumachen.

Von Karolin Aertel
Die Jungen und Mädchen des Kinderchores der Kita ?Weltkinderhaus? sangen und tanzten gestern für die Mitglieder der Projektgruppe ?Otto fragt seine Kinder?. Dabei ließen die Lütten sie nicht nur wissen, dass sie alle Kinder einer Welt sind, sondern zeigten mit dem Fliegerlied auch wieder Lebensfreude.
Die Jungen und Mädchen des Kinderchores der Kita ?Weltkinderhaus? sangen und tanzten gestern für die Mitglieder der Projektgruppe ?Otto fragt seine Kinder?. Dabei ließen die Lütten sie nicht nur wissen, dass sie alle Kinder einer Welt sind, sondern zeigten mit dem Fliegerlied auch wieder Lebensfreude. Fotos: K.Aertel

Magdeburg - Vielen Eltern dürfte das Herz aufgehen, Kinder wieder ausgelassen tanzen zu sehen. Dass sie dabei singen „Heut' ist so ein schöner Tag“, bekommt vor dem Hintergrund der Pandemie eine ganz neue Gewichtung. Waren die Jüngsten doch ebenso betroffen.

Kita- und Spielplatz-Schließungen, fehlende Freizeitangebote, Freundschaften, die aufs Nötigste beschränkt werden mussten – Kindern setzte die Pandemie ebenso zu wie Erwachsenen. Wie sie diese Zeit erlebt haben, welche Alternativen die Familien fanden und über welche Hürden sie stolperten, das will die Landeshauptstadt im Projekt „Otto fragt seine Kinder“ herausfinden.

Aspekte des Wohlfühlens und der Zufriedenheit

In einer 42-seitigen Broschüre werden die Jüngsten der Stadt befragt, was sie trotz Lockdowns erlebt, ob sie neue Freizeitmöglichkeiten entdeckt und wie sie sich ernährt haben. Erfahrungen aus der Arbeit mit Kindern und Familien zeigten, dass sich gerade in sorgenreichen Zeiten eine besondere Art von Ansprache bewährt, die deutlich hinausgeht über die Frage: „Wie ist es euch ergangen …?“

Hilfreicher sei es, eigene Kräfte zu mobilisieren, Mut zu machen und gemeinsam ins Handeln zu kommen, etwas Neues auszuprobieren oder Bewährtes wiederzuentdecken, erklärt die Stadt in ihrer Pressemitteilung.

Das Projekt „Otto fragt seine Kinder …“ greife diese Grundgedanken auf und möchte professionellen Helfenden und anderen Fachkräften für ihre Arbeit mit Kindern und Familien hilfreiche Materialien zur Verfügung stellen.

In den Blick genommen werden wichtige Aspekte wie Wohlfühlen, Zufriedenheit, gesunde Lebensweise und ein entspanntes Miteinander.

Noch vor Beginn der Sommerferien soll die Broschüre, die als farbenfrohes Basteltagebuch gestaltet wurde, an 10 000 Familien in der Landeshauptstadt verteilt werden. Sie steckt in einem Rucksack, in dem neben Luftballons auch Zahnpasta und Zahnbürste, ein Rezeptblock mit Tipps für gesunde Ernährung und eine Tüte mit Sämereien enthalten sind.

Auswirkungen der Pandemie allgegenwärtig

Die ersten Beutel und Broschüren überreichten Magdeburgs Sozialbeigeordnete Simone Borris und die Leiterin des Jugendamtes, Dr. Cornelia Arnold, gestern symbolisch an die Kinder der Kita „Weltkinderhaus“ in Neue Neustadt. „Die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen auf die Menschen und das gesellschaftliche Leben sind ein allgegenwärtiges Thema“, sagt Simone Borris. Immer wieder gebe es dazu Gespräche, Rückmeldungen und Fragen an Mitarbeitende der Stadt. Dies zeuge einerseits vom großen Bedürfnis, sich mit Kindern und ihren Familien zu Themen rund um Corona auszutauschen. Andererseits scheinen Anregungen und Ideen zum „Wie?“ sehr willkommen, so Borris in der Mitteilung der Stadt.

Daran knüpfe die Broschüre an, so Jugendamtsleiterin Cornelia Arnold: „Das ist ein kleines, interaktiv gestaltetes Heft, das sich in der Ansprache in mehreren Abschnitten jeweils an die Familien und an die Kinder und Jugendlichen der verschiedenen Altersgruppen wendet, inklusive Zubehör und Materialien rund um das Thema Zahngesundheit.“

Gestaltet wurde das Heft von einem Projektteam verschiedener Ämter der Stadtverwaltung und des Klinikums Magdeburg. „Alle Beteiligten haben mit großem Engagement und Ideenreichtum seit März 2021 an diesem Projekt gearbeitet, ungeachtet ihrer sonstigen beruflichen Herausforderungen, die auch in großem Maße von der Pandemie geprägt waren und sind. Mit großer Freude kann jetzt der Startschuss zum letzten Akt des Projektes gegeben werden“, so die Jugendamtsleiterin.

Die Projekt-Materialien werden in Kitas und Schulen, Kinderheimen und Wohngruppen, Erziehungs- und Familien-Beratungsstellen, Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitswesens und an therapeutische Klinikbereiche sowie ambulante Psychotherapien für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Familien verteilt. Ausgefüllte Broschüren sollen den Betreuern, Schulsozialarbeitern, Lehrern oder Schulpsychologen gereicht werden, damit sie es zur „Auswertung“ geben können.

Übrigens: Initiiert und entwickelt wurde es durch viele Akteure des Netzwerkes Kinderschutz und Frühe Hilfen Magdeburg. Dazu gehören unter anderem Mitarbeiter des Kinder- und Jugendpsychiatrischen sowie Jugendzahnärztlichen Dienstes des Gesundheitsamtes sowie des Sozialdienstes des Klinikums Magdeburg.