Kultur

Wieder ohne Maske Theater in Magdeburg genießen

Nach massiver Kritik der Magdeburger Generalintendanin Karen Stone lenkt Kulturminister Rainer Robra ein.

Von Katja Tessnow
Unter anderem die Operette "Der Zigeunerbaron" von Johann Strauß steht in Neuinszenierung auf dem aktuellen Spielplan des Theater Magdeburg.
Unter anderem die Operette "Der Zigeunerbaron" von Johann Strauß steht in Neuinszenierung auf dem aktuellen Spielplan des Theater Magdeburg. Nilz Böhme

Magdeburg - Theaterchefin Karen Stone lässt Dampf ab. Zwei Vorgänge versetzen die Generalintendantin in Rage.

Zum einen: Auf einer Pressekonferenz am 1. Juni 2021 hatte Sachsen-Anhalts Kulturminister Rainer Robra geäußert, dass Open-Air-Festivals in dieser Saison angesichts aktueller Infektionslage hätten stattfinden können. „Dies verstehe ich auch als kleinen Seitenhieb auf das DomplatzOpenAir ,Hairspray’ “, sagt Stone. „Ja, in der Tat, wenn wir im Februar gewusst hätten, dass wir im Juni bei einer Inzidenz von 26 liegen würden, hätten wir nicht absagen müssen.“ Doch weder sei damals an rasches Impfen noch an niedrige Inzidenzwerte zu denken gewesen. Das Risiko der rund eine Million Euro teuren Produktion habe das Theater nicht eingehen können, aber dafür Open-Airs auf der Seebühne angesetzt.

Unlogische Regeln

Daneben übt Stone harsche Kritik an der Corona-Eindämmungsverordnung des Landes. „Vieles erscheint mir inkonsequent und unlogisch“. So sehr sich das Theater freue, dass wieder mehr Zuschauer in die Spielstätten dürften, so ärgerlich sei es, dass Gäste während des gesamten Aufenthalts im Haus eine Maske tragen müssten. „Dies befremdet uns sehr“, so Stone und verweist auf die „hervorragende Belüftungsanlage“ und das weiter geltende Abstandsgebot zwischen den Zuschauern. Bei Open-Air-Vorstellungen seien Test, Abstand und Anwesenheitsliste vorgeschrieben, während es ohne Test ins Freibadbesuch geht. Stone schüttelt den Kopf.

Die Volksstimme konfrontierte Kulturminister Rainer Robra mit der Kritik. Regierungssprecher Daniel Mouratidis lässt darauf ausrichten, dass der Minister die Absage des Open Airs auf dem Domplatz bedauert habe, „aber es ist nicht als Schuldzuweisung zu verstehen, sondern als schmerzlicher Verlust für das kulturelle Leben“. Tatsächlich habe es bei Großveranstaltungen keine Alternative zur frühen Absage gegeben. Umso mehr freue man sich über die drei Inszenierungen auf der Seebühne.

Keine Maske mehr am Sitzplatz

Was die Maskenpflicht im Theater betrifft, lenkt das Ministerium auf ganzer Linie ein. Robra selbst habe sich im Opernhaus überzeugt, dass es sehr gut vertretbar sei, die Masken nach dem Schließen der Türen abzunehmen. Die Corona-Verordnung des Landes sei geändert worden. „Für Kulturveranstaltungen mit festen Sitzplätzen in Häusern mit guten Lüftungsanlagen ist die Abnahme des Mund-Nasen-Schutz nach Einnahme des Sitzplatzes damit ab sofort gestattet“, so der Regierungssprecher.

Im Theater freute man sich am 4. Juni sehr über die Botschaft und auf die Rückkehr der Besucher. Der Gesamtspielplan für Juni/Juli ist auf der Seite des Theaters Magdeburg im Internet abrufbar.