Magdeburg l Lediglich zehn Wildschweine konnten bei den Ansitz-Drückjagden im Dezember im ostelbischen Raum sowie in der Kreuzhorst im Magdeburger Stadtgebiet zur Strecke gebracht werden. Das erklärte Kreisjägermeister Gerd Petzoldt jetzt auf Volksstimme-Anfrage. Im Dezember 2018 kamen den Jägern bei zwei Einsätzen in der Kreuzhorst sowie nördlich der Berliner Chaussee bis zum Biederitzer Busch und Herrenkrug dagegen insgesamt 77 Wildschweine vor die Flinte. Petzoldt bezeichnete das Ergebnis damals als vollen Erfolg, konnte die seit Jahren auf hohem Niveau liegende Wildschweinpopulation damit doch  vorübergehend dezimiert worden.

Nicht so bei den jüngsten Treibjagden. Der Kreisjägermeister räumt ein: „Das war diesmal nicht befriedigend." Allerdings war das zu bejagende Gebiet bei der Aktion am 10. Dezember, bei der 50 Jäger und zehn Hunde mit am Start waren, auch deutlich kleiner als noch im vorigen Jahr. Auf die Pirsch gingen die Jäger nur im Bereich nördlich der Berliner Chaussee, beidseitig der Breitscheidstraße sowie im Biederitzer Busch. Der Zuwachs und der Herrenkrug blieben diesmal zunächst außen vor, weil für diese Gebiete die notwendigen Genehmigungen ausstanden. Das soll aber nachgeholt werden, sagt Gerd Petzoldt. Bei der Jagd am 10. Dezember nördlich der Berliner Chaussee/B1 wurden acht Wildschweine, am Tag darauf in der Kreuzhorst zwei Wildschweine  zur Strecke gebracht. 

Afrikanische Schweinepest im Anmarsch

Die intelligenten Tiere reagieren offenbar auf den anhaltenden Jagddruck und zeigen laut Petzoldt ein klares Ausweichverhalten. „Sie sind weniger in den Wäldern, als vielmehr in offenen Gebieten wie der Elbniederung anzutreffen", sagt er. So gab es einen Tag nach der Jagd Meldungen vom Auftauchen von zwei großen Rotten im Bereich der Deiche in Alt-Prester und Cracau. Die Tiere wüssten, dass ihnen in den bewohnten Gebieten keine Gefahr drohe.   

Dennoch wird die Jagd in den klassischen Revieren fortgesetzt. Im Januar soll das Jagdgebiet dann wieder ähnlich groß sein wie in der Vergangenheit. Zwei sogenannte Drückjagden sind im Januar noch mal geplant - wieder in der Kreuzhorst und nördlich der B 1, dann allerdings hoch bis in den Herrenkrug und den Zuwachs. Auch der Stadtpark darf jetzt in den Wintermonaten erneut bejagt werden, allerdings nur per sogenannter Einzelansitze und nicht im Rahmen einer gemeinschaftlichen Jagd. Immerhin 16 Wildschweine sind dort seit Oktober erlegt worden. Übrigens: Bei der Großjagd in diesem Monat wurden auch andere Wildtiere zur Stecke gebracht. Es waren insgesamt fünf Füchse und 33 Rehe.

Schlimme Folgen für Nutztierhalter

Derweil bereiten sich Stadt und Jägerschaft noch auf ein ganz anderes Problem vor: Die Afrikanische Schweinepest ist im Anmarsch. Für den Menschen ungefährlich, rafft sie jedoch in wenigen Tagen die Tiere dahin. Mit katastrophalen Folgen für Nutztierhalter. „Irgendwann wird sie auch bei uns eintreffen", ist sich Petzoldt sicher. Stadt und Jägerschaft wollen vorbereitet sein. Im Januar gebe es ein Treffen von Veterinäramt und Jagdbeirat, wo auch geklärt werden soll, welche Aufgabe die Jägerschaft im Fall der Fälle übernehmen müsste.