Magdeburg l Im Rahmen einer sogenannten Matchmaking-Veranstaltung hat Wirtschaftsbeigeordneter Rainer Nitsche eine Delegation chinesischer und deutscher Unternehmer, Wissenschaftler und kommunaler Vertreter im Alten Rathaus begrüßt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen Themen wie Mobilität und Automotive, die feierliche Unterzeichnung einer Absichtserklärung und eine Podiumsdiskussion. Matchmaking meint in diesem Sinne eine Netzwerk-Veranstaltung, bei der potenzielle Geschäftspartner zusammengeführt werden sollen.

Magdeburg war eine Station der Veranstaltungsreihe „Invest in China“ auf der Hannover Messe 2018, die darauf abzielt, deutsch-chinesische Kooperationen und Investitionen zu stärken. Organisator ist die China International Investment Promotion Agency (CIIPA) des Handelsministeriums der Volksrepublik China.

Vertreter tauschen Erfahrungen aus

Während einer Podiumsdiskussion berichteten Verteter aus beiden Ländern von ihren Erfahrungen. Mit dabei die Teutloff-Schulung gGmbH mit Standorten in Schönebeck, Magdeburg, Calbe und Barby. Das Unternehmen ist als gewerblich-technischer Bildungsträger vor allem in der Berufsorientierung, Verbundausbildung und Fachkräftequalifizierung tätig.

Prokurist Dominik Langoff sagte: „Natürlich muss man für die Zusammenarbeit mit Partnern im Ausland etwas tun.“ Als Beispiel nennt er bildungspolitische Unterschiede, die – trotz aller Wertschätzung in China für die duale Ausbildung – den Partnern in der Volksrepublik keineswegs klar sind: „Man muss immer erst einmal erklären, warum wir bis zu dreieinhalb Jahre Ausbildung in Deutschland haben, um dann die gut ausgebildeten Fachleute an die Unternehmen vermitteln zu können.“ Viele Partner gingen zu Beginn davon aus, dass innerhalb weniger Monate die Ausbildung zu meistern sei.

Zusammenarbeit mit Chinesen

Im Rahmen der neuen Zusammenarbeit mit dem chinesischen Mutterunternehmen hat Teutloff vor allem die Themenkomplexe Multiplikatorenausbildung und Wissenstransfer noch viel stärker in den Fokus gerückt und auch die Zusammenarbeit mit Institutionen und Universitäten auf ein ganz neues Niveau gehoben. Die ersten Qualifizierungsmaßnahmen für chinesische Berufsschullehrer ließen ein dynamisches Wachstum dieses Geschäftsfeldes erwarten.

Vertreter des chinesischen Mutterunternehmens, der Shenyang Sino-German siasun Education and Technology Group, ist Songtao Xie. Hinter dem Unternehmen steht Siasun Robot als größtes Roboterunternehmen in China, das hoch qualifizierte Arbeitskräfte benötigt, um potenzielle Partner in China wie die deutschen Töchter von BMW und BASF beliefern zu können.

Duale Ausbildung in China geschätzt

Songtao Xie sagt: „Unsere Gruppe ist ein internationales technologisches Bildungsunternehmen und unsere Kompetenzen liegen vor allem im Bereich der Ausbildung der High-End-Anwendungsorientierten Talente für intelligente Fertigung.“ Grund für die Übernahme des Unternehmens sei die hohe Wertschätzung für die Ausbildung in Deutschland: „Wir hoffen, dass wir deutsche Berufsbildungskonzepte, -methoden und -erfahrungen in China einführen können, insbesondere das deutsche duale Bildungssystem. Zudem haben wir eine intensive Zusammenarbeit mit deutschen Verbänden, Institutionen und Universitäten aufgebaut“, sagt er.

Verbunden damit ist auch Arbeit für Magdeburg. Im November wurde ein erster Monatskurs für Berufsschullehren aus der Stadt Shenyang in Magdeburg organisiert. Und in Magdeburg soll am Wissenschaftshafen ein Robot Zentrum gebaut werden, das in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Ausbildung und Weiterbildung und als Demonstrationszentrum für Robot-Technik dienen soll.