Magdeburgl In großen Schritten geht es am Domviertel entlang dem Breiten Weg voran. Bauherr für den südlichen Teil zwischen Haeckelstraße und Keplerstraße ist die Wohnungsbaugesellschaft Magdeburg (Wobau). Unter anderem für die Investitionen ist bei dem Unternehmen Ulrich Schneider zuständig. Er sagt: „Wir liegen mit unseren Arbeiten im Plan.“ Dazu sind die Arbeiter von Hochtief auch an Sonnabenden im Einsatz. Der letzte Teil des Komplexes soll im Jahr 2021 fertiggestellt sein.

Immer wieder haben sich mit dem Fortschritt von Planungen und Bau neue Aspekte ergeben. So war es der Wobau gelungen, das Eckgrundstück Leibnizstraße/Keplerstraße zu kaufen. Die Folge: Das ursprünglich für die Ecke Keplerstraße/Breiter Weg über einem Edeka-Markt vorgesehene Parkhaus kommt an diese Stelle. Obenauf gibt es Sonnenkollektoren. Ulrich Schneider: „Wir gehen derzeit davon aus, dass wir mit der Solarenergie tagsüber unseren Strombedarf im Parkhaus, für die Aufzüge und in den Kellerräumen werden decken können.“

Über den Supermarkt kommen Büros

In den Etagen über dem Supermarkt auf der Ecke zum Breiten Weg wird jetzt Platz für Büros geschaffen. Die Hauptzufahrt zum Parkhaus soll sich in der Leibnizstraße befinden, eine weitere an der Keplerstraße. Von dort gelangen die Mieter auch zu den für sie reservierten Parkplätzen im ersten Obergeschoss des Wohnriegels entlang dem Breiten Weg.

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Unterirdisches Regenwasserbecken

Ursprünglich nicht geplant war auch ein Regenrückhaltebecken mit einem Fassungsvermögen von 100 Kubikmetern im Innenhof des Gebäudes. Weder Besucher noch Mieter werden davon aber viel zu spüren bekommen: Das Becken wird komplett abgedeckt. Bei Trockenheit könnte das stehende Wasser ansonsten Brutstätte für Mücken werden. „Und wenn viel Wasser da ist, siedeln sich womöglich im Innenhof Kröten oder Frösche an. Das Quaken wäre sicher eine große Belastung für die Mieter.“

Im Innenhof sollen stattdessen Stauden auf kleinen Hügeln, Bänke, Sitzecken und Zierkirschen das Bild bestimmen. Sowohl ein Fahrradkeller mit Erdüberdeckung im Innenhof als auch das Dach des Supermarkts sollen begrünt werden.

Für Elektroautos wird es im Parkhaus auch eine Ladestation geben. Im Parkgeschoss für die Mieter werden zudem Leerrohre eingebaut, so dass im Bedarfsfall auch hier Anschlüsse zum Laden von Elektroautos eingerichtet werden können.

Leben in neu gestalteter Haeckelstraße

Neben Edeka wird eine Rossmann-Filiale am Breiten Weg einziehen. Für die benachbarten Ladenlokale laufen Gespräche mit Interessenten. Denkbar wäre es, im Erdgeschoss im 34 Meter hohen Wobau-Turm auf der Ecke Haeckelstraße/Breiter Weg eine Gastronomie einzurichten. „Etwas Ähnliches plant ja die MWG für ihren Elfgeschosser auf der gegenüberliegenden Seite der Haeckelstraße“, sagt Ulrich Schneider. Damit könnte sich an dieser Stelle ein neuer gastronomischer Anziehungspunkt entwickeln.

Die Haeckelstraße, die von den Bauherren wieder geöffnet wird, soll ähnlich wie die Straße zwischen Nord-LB und Hundertwasserhaus verkehrsberuhigt sein, so dass hier der Aufenthalt auf den Freisitzen der Gastronomen besonders angenehm wäre.

Die Haeckelstraße soll zwischen Leibnizstraße und Breitem Weg mit geschnittenen Pflastersteinen gestaltet werden. Ähnlich ist dies vom sanierten Belag des Domplatzes bereits bekannt.

Wohnen und Pflegen

An der Haeckelstraße selbst wird ein Wohnhaus gebaut, das anstelle von sieben über sechs Etagen verfügt. Zwei Geschosse werden von der kommunalen Gesellschaft „Wohnen und Pflegen“ als Wohnstätte für Senioren genutzt. In den übrigen Etagen sollen Wohnungen eingerichtet werden, in denen Pflegeangebote nach Bedarf bestellt werden können.

Ausgebuchte Firmen, die Aufzüge bauen

Auch wenn die Wobau übrigens bei der Bauzeit im Plan liegt: Steigende Baukosten sorgen auch in diesem Unternehmen für wenig Freude. Ulrich Schneider sagt: „Ein aktuelles Beispiel sind die Aufzüge. Einmal abgesehen vom Preis – im Moment haben die Unternehmen aufgrund der großen Nachfrage gar keine Kapazitäten mehr, Aufträge zügig abzuarbeiten.“