Magdeburg l Einem Jäger, der anonym bleiben will, gelang die Aufnahme am 23. September 2019. In einem Waldstück bei Pechau löste seine Wildtierkamera automatisch aus, als der Isegrim den Bereich passierte. Damit ist nun eine eher seltene Aufnahme des Wolfes bei Tageslicht gelungen und über soziale Netzwerke öffentlich geworden.

Pechaus Ortsbürgermeister Bernd Dommning sieht aber keinen Grund zu Unruhe. „Es gibt keinerlei Anlass zu Unruhe. Mir sind bei uns im Ort keine Vorfälle oder Störungen bekannt.“ Auch Kreisjägermeister Gerd Petzoldt sieht das nicht anders und will deshalb ganz bewusst nicht mitteilen, wo genau seinem Weidgenossen das Foto gelang. „Wir wollen nicht, dass sich dann Leute auf den Weg machen und dem Wolf vielleicht noch nachstellen.“

Ein Pärchen und ein Einzelgänger

Nach bisherigen Erkenntnissen sind im ostelbischen Bereich ein Wolfspärchen und ein Einzelgänger heimisch geworden. Diese Einschätzung könne zwar nicht bewiesen werden, liege aber nahe. „Viele Indizien aus Beobachtungen und Fotos lassen den Schluss zu“, sagte Forstrevierleiter Jens Dedow. In seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Jägerschaft Schönebeck hat er allerdings ein kritisches Verhältnis zur Rückkehr des Wolfes in die Region. Er spricht von mehreren Vorfällen, bei denen Wölfe in der Region Nutztiere gerissen hätten. Das liege unter anderen darin begründet, dass der Wolf nicht in seine Urlandschaft, sondern eine Kulturlandschaft zurückgekehrt sei. Sinnvoller sei es, den Wolf in ausgewiesen Schutzzonen wie beispielsweise Truppenübungsplätzen anzusiedeln. Das hätte den Vorteil, so Dedow, dass geringere Kosten für Folgeschäden und die Verwaltung der Wolfsansiedlung entstünden.

Das Wolfskompetenzzentrum in der Altmark war gestern nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.