Rehkadaver in Elbnähe

Wolfsverdacht hat sich in Magdeburg bisher nicht bestätigt

Nachdem in den vergangenen Wochen in den Magdeburger Stadtteilen Buckau und Fermersleben Rehkadaver gefunden worden sind, wurden Kamerafallen installiert, um zu dokumentieren, ob sich ein Wolf in Elbnähe aufhält. Statt eines Wolfes zeigen zufällig gefilmte Videoaufnahmen jedoch zwei Hunde, die ein Reh schwer verletzen.

Von Karolin Aertel
Nachdem Rehkadaver in Elbnähe in Buckau gefunden worden sind, fir der Verdacht auf einen Wolf. Bisher sind dafür jedoch keine weiteren Hinweise gefunden worden.
Nachdem Rehkadaver in Elbnähe in Buckau gefunden worden sind, fir der Verdacht auf einen Wolf. Bisher sind dafür jedoch keine weiteren Hinweise gefunden worden. Foto: picture alliance/dpa

Magdeburg

Bisher sei eine große Stückzahl lebender Rehe festgestellt worden. Auch habe es vor allem im Bereich der Gartenanlagen und entlang der sich nach Süden hin öffnenden Elbauen beidseitig des Flusses Hinweise auf Wildschweine, Füchse, Feldhasen und Waschbären gegeben, erklärt Ines Wahl. Zudem sei am Salbker See auch ein aktives Biberrevier gefunden worden.

Ein Wolf ließ sich jedoch noch nicht blicken. Ebenso wenig seien bei einer Begehung Hinweise auf Wölfe gefunden worden. Dennoch soll der Fall weiterhin intensiv geprüft werden. „Die AG Wildtiere der Stadt Magdeburg ist hier ständig präsent und meldet jeden Wolfsverdacht sofort dem WZI. Das wird bereits seit 2017 so praktiziert und hat bei der Meldung im Winter 2019 hervorragend funktioniert“, erläutert die Sprecherin des Landesumweltamtes.

Videoaufnahmen zeigen zwei Hunde, die ein Reh schwer verletzen

Statt eines Wolfes seien am Tag der Begehung zahlreiche freilaufende Hunde verschiedenster Rassen festgestellt worden, von denen die größeren Tiere natürlich auch in der Lage sind, Rehe oder andere Kleintiere zu töten, erklärt Ines Wahl.

„Hundehalter, die durch den ebenfalls anwesenden Jäger auf die Leinenpflicht in der Stadt hingewiesen wurden, zeigten wenig Verständnis und reagierten unhöflich bis ignorant.“

Am 1. Mai seien im Stadtgebiet sogar zufällig zwei Hunde gefilmt worden, die ein Reh so schwer verletzten, dass es notgetötet werden musste, um nicht leidvoll zu verenden, berichtet Ines Wahl. „Das Video zeigt, dass Haushunde durchaus in der Lage sind, Wildtiere zu töten. Die Nachnutzung durch Wildschweine, Füchse und andere kleinere Tiere kann dann zu Fraßbildern führen, die Laien an Wölfe als Verursacher denken lassen.“