Magdeburg l Willkommen im Albtraum. Einst waren die Köllners eine ganz normale Zirkusfamilie aus Köthen. Sie zelebrierten die Magie der Manege, brachten Tausende Menschen zum Staunen und Träumen. Was vor zwei Jahren passiert ist, kann keiner so richtig sagen. Die Jugend übernahm das Zepter. Seither regiert das Grauen. Der Zirkusdirektor wurde zum Dämon, die Artisten jonglieren mit Körperteilen, ziehen sich Nadeln und Haken durch die Haut und laufen im Todesrad. Statt Glitzer und Konfetti regnet es Blut, statt freundlicher Zauberer zeigen sich Untote mit Wunden.

Mal etwas anderes ausprobieren

Der Horror in der Manege ist eine Idee von Giuliano Köllner. Der 29-Jährige hat Derartiges schon in anderen Shows gesehen, überzeugte seine Familie, den Zuschauen doch mal etwas anderes zu bieten und ein Horror-Zirkus-Programm auszuprobieren. Zwei Jahre lang haben sie trainiert und geprobt. Am Sonnabend (9. Juni 2018) feiern sie Premiere. Der Horror beginnt in Magdeburg. Die Spannung, wie es bei den Elbestädtern ankommen wird, ist groß. Die Generalprobe am Donnerstag vor Freunden und Familie verfehlte schon mal nicht ihre Wirkung, so Liane Köllner, Mutter von Giuliano. Eigens für die Premiere reist sogar der „Mann ohne Schmerzen“ an. Er wird garantiert für Entsetzen sorgen, verspricht Liane Köllner. Zwischen Selbstverstümmelung und Wahnsinn beweist er, dass er ohne Schmerzen mit Gegenständen wie Schlagbohrmaschine, Hammer, Nägeln, Nadeln und Dartpfeilen seinen Körper schmerzfrei malträtieren kann.

Spaß im Vordergrund

Doch keine Sorge! Es wird nicht nur schreckliches Schauspiel geboten. Die klassische Artistik findet natürlich auch ihren Platz, vieles ist zudem sehr humorvoll und – was einen Zirkus ausmacht – faszinierend. Der Spaß stehe im Vordergrund, betont Giuliano Köllner. „Man sollte vielleicht nicht zart besaitet sein und auch mal weggucken können, letztlich soll es aber Vergnügen bereiten – nur eben mit Nevenkitzelfaktor.“

Bilder

Er selbst grusele sich eigentlich vor nichts mehr. „Unsere Familie liebt Horrorfilme“, verrät er. „Wir sind irgendwie alle Freaks.“ Als Inspiration für und Vorbereitung auf die Show haben sie etliche geschaut. Er sei vor allem Fan der Horror-Thriller-Reihe „Saw“.

Elemente des Filmes sind im Horror-Zirkus trotzdem nicht zu finden. Dafür viele andere: der Kettensägenmann, der blutrünstige Fleischer, die untoten Krankenschwestern u. v. m.

Eintritt erst ab 14 Jahren erlaubt

Noch bevor der Horror in der Manege beginnt, erleben die Zuschauer ihren ganz persönlichen kleinen Albtraum – sie werden durch ein „Labyrinth des (Er)Schreckens“ geschickt. Etliche der Artisten stellen sich dort schon persönlich vor. Mit dabei ist zum Beispiel Martha, bzw. „Princess“. Die Engländerin ist eine der extremsten Artistinnen. Sie schiebt sich tatsächlich und ohne jedes Zucken Nadeln durch die (bereits stark vernarbte) Haut. „Da fließt dann mal echtes Blut“, weiß Giuliano Köllner. „Das finde selbst ich mega-krass.“

Sie ist einer der Gründe, warum es für den Horror-Zirkus eine Altersbeschränkung gibt. Kinder unter 14 Jahren dürfen nur in Begleitung eines Elternteils die Vorstellung besuchen.

 

Der Horror startet am heutigen Sonnabend (9. Juni 2018), 20 Uhr (Einlass: 19 Uhr) auf dem Magdeburger Max-Wille-Platz, Kleiner Stadtmarsch. Karten kosten zwischen 20 und 30 Euro und sind eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn an der Kasse erhältlich. Rentner, Schüler und Studenten erhalten 5 Euro Rabatt. Bis zum 24. Juni 2018 gastiert der Horror-Zirkus in Magdeburg. Vorstellungen finden, außer dienstags und mittwochs, täglich ab

20 Uhr statt.