Magdeburg l In der Nacht zum 7. Oktober 2017 haben Zöllner auf dem Gelände des Hauptzollamts Magdeburg einen Lkw mit einem Kühlauflieger kontrolliert. Der Fahrer war auf der Autobahn 2 in Richtung Hannover nach Großbritannien unterwegs. Als Ladegut waren 32 Paletten mit gewürfelten und tiefgefrorenen Zwiebeln in Säcken angegeben.

Erste Auffälligkeiten wurden bei der Röntgenkontrolle mit der vollmobilen Röntgenanlage festgestellt. Für die weiteren Kontrollen wurde der Kühlauflieger entladen. Es stellte sich heraus, dass lediglich die ersten zwei Paletten komplett mit Zwiebeln bestückt waren, teilte das Hauptzollamt mit. Bei den restlichen 30 Paletten bestand jeweils nur die äußere Lage aus verpackten Zwiebeln, darunter waren die Schmuggelzigaretten in Säcken versteckt.

Zigaretten statt Zwiebeln

Insgesamt entdeckten die Zöllner knapp 3,4 Millionen Zigaretten ohne Steuerbanderole.

"Hierbei handelt es sich um eine großartige und nicht alltägliche Feststellung, die ohne den Einsatz der mobilen Röntgenanlage kaum möglich gewesen wäre" so Manfred Holze, Sachgebietsleiter beim Hauptzollamt Magdeburg, in einer Mitteilung.

500.000 Euro Steuerschaden

Der Beschuldigte wurde vorläufig festgenommen. Gegen ihn wurde ein Steuerstrafverfahren eingeleitet. Es entstand ein Steuerschaden in Höhe von ca. 500.000 Euro.

Die Kontrolle fand im Rahmen einer Standkontrolle, an der auch Kräfte der Polizei und des Technischen Hilfswerks beteiligt waren, statt. Die weiteren Ermittlungen übernimmt das Zollfahndungsamt Hannover.

Schmuggelzigaretten in Magdeburg

Zöllner haben in diesem Jahr bereits mehrfach unverzollte Zigaretten in Magdeburg entdeckt. So wurden am 23. August 400 Stangen in einer Magdeburger Wohnung gefunden. Der Magdeburger hatte seine Schulden nicht bezahlt und bekam deshalb Besuch vom Zoll.

Nur einen Tag zuvor - am 22. August 2017 - entdeckten Polizeibeamte in einer Magdeburger Garage 122.000 unverzollte Zigaretten. Die Beamten waren wegen einer Anzeigenaufnahme nach mehreren Garagenaufbrüchen in dem Komplex.