Magdeburg l „Ja“, antwortete Uwe Hampel auf die Frage von Standesbeamtin Kornelia Jacob-Thiele, und als auch Heidrun-Micaela Rath ihr Jawort gab, waren die beiden verheiratet. Ähnliches passiert in Magdeburg viele Male im Jahr, nicht aber an diesem besonderen Ort, den sich das Paar ausgesucht hatte: der Magdeburger Zoo.

Das Elefantengehege wurde zum ersten Mal zum Standesamt. Ab sofort kann dort geheiratet werden. Damit hat die Stadt neben dem Hochzeitshaus in der Humboldtstraße, der Lukasklause, dem Hundertwasserhaus und dem Ausflugsschiff „Sachsen-Anhalt“ ein weiteres ganz besonderes und offizielles Trauzimmer.

„Eigentlich wollte meine Frau gern in einem Blumenladen heiraten, das hat aber leider nicht geklappt. Dann habe ich gehört, dass Heiraten auch im Elefantenhaus möglich ist und habe einfach mal bei der Stadt nachgefragt. Und es hat geklappt“, freute sich Uwe Hampel. Beide sind regelmäßige Zoobesucher „mit Dauerkarte“.

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Das neue Trauzimmer ist so gestaltet, dass das Brautpaar immer die Elefanten im Innengehege sehen kann. Und der Zoo hatte dafür gesorgt, dass die grauen „Quasi-Trauzeugen“ auch komplett zur Hochzeitszeremonie angetreten waren.

Heiraten nur im gewidmeten Raum

Es war das erste Mal, dass das neue „Zoo-Standesamt“ in Aktion getreten ist. „Wir sind einer der wenigen Zoos in Sachsen-Anhalt, die diese Möglichkeit anbieten“, sagte Zoo-Pressesprecherin Regina Jembere mit ein wenig Stolz.

Dem ersten Trauungstag waren einige Vorbereitungen vorausgegangen. Es musste erst mit der Stadt darüber verhandelt werden, ob Heiraten überhaupt im Zoo möglich ist, denn immerhin ist eine Trauung ein hoheitlicher Akt mit Beurkundung, und das darf nicht an jedem Ort passieren. Darum wurde der Veranstaltungsraum des Elefantengeheges auch zu einem offiziellen und amtlichen Trauzimmer gewidmet.

Für den Zoo sei das eine tolle Sache, findet Zoochef Kai Perret. Damit konnte der Zoo seine Verbundenheit zur Stadt wieder noch ein wenig enger knüpfen. Und die zeigte der Zoo auch mit seinem ersten Brautpaar. Kai Perret gratulierte nicht nur persönlich, sondern überreichte auch ein besonderes Hochzeitsgeschenk: ein Bild mit den Original-Tatzenabdrücken von „Stormi“, Magdeburgs berühmtem Tigerkind, das 2016 während des Orkantiefs „Paul“ geboren wurde und mit der Hand aufgezogen werden musste. Das zweite Brautpaar, das sich am Sonnabend das Jawort im Zoo gab, bekam als Geschenk einen Gipsabdruck von Stormis Tatze.

Alle Termine beim Standesamt

Für Standesbeamtin Kornelia Jacob-Thiele war die Trauung bei den Dickhäutern ebenfalls eine Premiere. „Es war meine erste Trauung in diesem Jahr und dann an diesem Ort, das ist schon was Besonderes“, sagt die Standesbeamtin, die zugab, auch etwas aufgeregt gewesen zu sein.

Nach der Trauung traf sich die Hochzeitsgesellschaft zu einem „Gläschen Sekt“ am Gehege der Elefanten. Das frisch getraute Ehepaar Hampel hatte dort noch die Gelegenheit, die grauen Riesen mit Äpfeln und Möhren zu füttern. Die freuten sich über die kleine Zwischenmahlzeit, und da in vielen Kulturen Elefanten Glücksbringer sind, war das sicherlich ein schöner Start für Heidrun-Micaela und Uwe Hampel ins gemeinsame Eheglück.

Paare, die sich ebenfalls mit dem Gedanken tragen, im Elefantenhaus den „Bund fürs Leben“ zu schließen, müssen sich beim Standesamt im Rathaus melden. Dort werden bereits für das ganze Jahr 2019 Termine bereitgehalten, um „unter Elefanten mit einem Hauch von Exotik“, wie es die Standesbeamtin während ihrer Ansprache sagte, zu heiraten.

Das tierische Vergnügen hat auch seinen Preis, neben den normalen Standesamt-Gebühren kostet dieses besondere Hochzeits-Ambiente 450 Euro.