Magdeburg l Erst einmal ordentlich mit Dreck bewerfen: Elefantendame Mwana aus dem Zoo Magdeburg ist die Freude anzumerken. Fünf Wochen musste die 37-jährige Dickhäuterin im rückwärtigen Haus bleiben. Fünf Wochen, in denen sie nur ihre Pfleger und den Tierarzt zu Gesicht bekam. Seit gestern darf sie wieder auf das Außengelände und in den Schaubereich. Sie genoss es sichtlich, rüsselte durchs Gitter mit den anderen Elefanten, wirbelte Sand auf und stampfte durchs Gelände.

Am 11. November 2019 hatte sich die Elefantendame beim Öffnen eines hydraulischen Tores den Rüssel eingeklemmt und – oh Schreck – zehn Zentimeter abgequetscht. Die Wunde blutete stark und musste seitdem medizinisch versorgt werden. Mwana wurde eine Zwangspause verordnet. Aus hygienischen Gründen blieb sie in ihrem Stall, wie Zoochef Kai Perret erklärte. Für Besucher war sie nicht zu sehen. Zu groß war die Sorge, dass sich die Wunde am Rüssel durch den Sand und den Dreck im Schaubereich entzünden könnte.

Elefant mit eigener Taktik

Inzwischen kommt Mwana mit der Behinderung sehr gut zurecht, hat sogar schon gelernt, trotz verkürzten Rüssels und fehlender sensibler Spitze wieder allein Nahrung und Wasser aufzunehmen. Mit dem Fuß schiebt sie sich beispielsweise Heu zusammen. Dann legt sie ihren Rüssel wie eine Schlaufe darum und nimmt so die leckere Nahrung zu sich. An der Wassertränke ein ähnliches Bild. Perret erklärt: „Sie legt den Rüssel so rein, dass sich das Wasser staut und sie es einziehen kann.“ Offene Wasserflächen sind ebenfalls kein Problem für die Elefantendame.

Die Wunde selbst wird weiter behandelt. Die Entzündungen seien zwar weitgehend abgeklungen – zurück bleibt eine hellgraue Spitze – „allerdings erhält Mwana weiterhin ein Antibakterizid auf Honigbasis sowie ein Spray“, berichtet Perret.

Zoo Magdeburg rüstet Tore nach

Die Schlitze in den Toren, in denen sich Mwana den Rüssel einklemmte, wurden bereits zwei Tage nach dem Unfall mit Blechen verblendet.