Neue Neustadt l Die Asiatische Elefantenkuh Birma, die gestern (5. September) eingeschläfert werden musste, hat eine bewegte Vergangenheit, wie der Zoo berichtete. Die erste Asiatische Elefantenkuh „Sonja" wurde 1960 begeistert von den Magdeburgern empfangen. Im Jahr 1961 kam dann die zweite Asiatische Elefantenkuh Kati an die Elbe.

Der gravierendste Einschnitt in der jungen Geschichte des Zoos war zweifelsfrei der Ausbruch einer Pockenerkrankung bei den Elefanten 1971, an der zunächst die asiatische Kuh Sonja und nach monatelangem Ringen auch Kati verstarb, einzig die afrikanische Elefantin Arusha überlebte. Acht Monate lang blieb damals das Dickhäuterhaus geschlossen, die Betroffenheit und Anteilnahme der Bevölkerung war groß.

Eine Spendenaktion ermöglichte es dem Zoo dann, bereits 1972 mit den jungen Kühen Sari und Dacca neue Elefanten zu kaufen. Schon ein Jahr später kam dann Birma dazu. Sie war ein Wildfang aus Sri Lanka und hatte drei Jahre lang in Deutschland in einem Zirkus gelebt, bis sie beschlagnahmt worden war.

Gefürchtete Elefantenpocken

1990 folgte der zweite Ausbruch der gefürchteten Elefantenpocken. Zu diesem Zeitpunkt waren im Dickhäuterhaus vier afrikanische Tiere sowie die asiatische Kuh Birma untergebracht. Während die Afrikanerinnen nicht sonderlich anfällig für Pocken sind und deshalb die Seuche gut überstanden, überlebte Birma die Krankheit nur knapp.

Als die jungen Afrikanerinnen fast ausgewachsen waren, musste sich der Zoo von den Kühen Pori, Mafuta und Arusha trennen, unter anderem, weil der Platz für fünf erwachsene Kühe nicht ausreichte. Lange lebten die beiden Elefantendamen allein im Gehege. Im vergangenen Jahr konnten sie dann in die neue Anlage Africambo II umziehen.

Und in diesem Jahr wurde es für die beiden Kühe dann noch einmal aufregend: Die Jungbullen Kando, Uli und Moyo zogen in Africambo mit ein. Mit ihnen will der Zoo langfristig eine neue Gruppe aufbauen. Später sollen noch Elefantenkühe dazu kommen, da Mwana für eine Zucht bereits zu alt ist.