Fakten & Vorurteile

„Fleißig wie eine Biene“ - was ist dran am Sprichwort? Es stimmt. Für ein Kilogramm Honig fliegt eine Biene insgesamt 250.000 Kilometer!

„Bienen sind angriffslustig und stechen gern mal zu.“ Das stimmt nicht! Bienen sind nützliche und friedliebende Insekten. Weibliche Bienen verfügen zwar über einen Wehrstachel, setzen ihn aber nur in höchster Not ein, denn sie verlieren ihn beim Stechen und sterben.

„Bienen werden vom Essen angelockt.“

Das stimmt nicht. Bienen interessieren sich nur für Pollen und Nektar, nicht für Marmeladenbrote. Es sind eher andere Insekten wie Wespen, die uns beim Essen im Freien belästigen. Aber auch sie tun uns nichts, wenn wir ruhig bleiben. Wespen sind nützlich für die Natur. Sie lassen sich an der schlanken Wespentaille erkennen, während Bienen rundlicher aussehen. Für ihre Brut sammeln Wespen viele Insekten, die als schädlich gelten, und spielen so eine wichtige Rolle in unserem Ökosystem.

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In Sachsen-Anhalt leben 14.721 Bienenvölker, davon 576 in Magdeburg.

Quellen: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft sowie Imkerverein Magdeburg. (jw)

Magdeburg l Im Februar hat es eine landesweite Umfrage unter Imkern gegeben. Das Ergebnis sei niederschmetternd gewesen, berichtet Tom Förster, Vorsitzender des Magdeburger Imkervereins, dem zurzeit 113 Hobbyimker angehören. In Sachsen-Anhalt sei der Bestand der Bienenvölker um 23,2 Prozent eingebrochen – um fast ein Viertel also. „In der Stadt Magdeburg sieht es mit 22 Prozent nicht viel besser aus“, stellt der Vereinschef fest. Die Dunkelziffer dürfte sogar noch höher sein, vermutet Förster.

Varroa-Milbe als Feind

Normalerweise legen die Bienen in der kalten Jahreszeit eine Brutpause ein. Sind die Winter wie in den letzten Jahren zu mild, brüten die kleinen Tiere aber auch mal durch. An der Brut labt sich die gefräßige Varroa-Milbe, einer der ärgsten Feinde der für den Menschen so wichtigen Biene. Ohne Bienen gäbe es keinen Honig, weniger Marmelade, Obst und Gemüse. Ohne sie könnten wir uns nicht ernähren. Doch seit Jahren leiden die kleinen Nutztiere selbst unter akutem Nahrungsmangel. Nur wenn der Tisch für die fleißigen Bienen auch im zeitigen Frühjahr und im Spätsommer gut und artenreich gedeckt ist, werden die Bienen kräftig genug, um ihren Feinden zu widerstehen und über den Winter zu kommen.

Gerade die Wildbienen, aber zum Beispiel auch Schmetterlinge, sind auf das Angebot in der freien Natur angewiesen und können nicht wie die Honigbienen noch von den Imkern zugefüttert und aufgezüchtet werden. Dass in Magdeburg in der letzten Zeit so viele Bäume gefällt worden sind, mache die Sache nicht besser. Es seien 2016 im Rahmen von Spenden- und Nachpflanzaktionen der Stadt zwar einige bienenfreundliche Bäume (Schnurbäume oder Euodia) neu gesetzt worden, das aber ist aus Sicht der Imker nur ein Tropfen auf den heißen Stein. „Wir arbeiten inzwischen sehr gut mit dem Stadtgartenbetrieb zusammen, der uns mit einbezieht“, lobt Tom Förster. So freue sich der Imkerverein sehr über das Vorhaben der Stadt, die an der Maybachstraße eine weitere Bienenweide anlegen möchte. „Das ist eine tolle Sache, vor allem die Lage in der Stadt“, so Förster.

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Kleiner Einsatz mit großer Wirkung

Doch man dürfe auch nicht nur mit dem Finger auf die Stadt zeigen. „Jeder von uns kann etwas für das Überleben der Wildbienen tun“, betont Yves Krone, im Verein Obmann für Bienenweiden. Ob Frühblüher im Vorgarten, bunte Blütenpracht im Balkonkasten (mit offenen Blüten, damit die Bienen an Pollen und Nektar gelangen können), eine Wildblumenmischung im Garten oder Gründüngung auf dem Beet. „Es gibt so viele Möglichkeiten, den Bienen zu helfen“, weiß Imker Yves Krone.