Magdeburg l Schon beim Betreten des Tierheim-Geländes in Magdeburg-Neustadt werden Besucher mit freudigem Gebell begrüßt. Doch hier warten nicht nur Hunde, sondern auch Vögel, Kaninchen und vor allem viele Katzen auf ein liebevolles neues Zuhause.

„Aktuell haben wir sehr viele Jungkatzen, die wir gerne schnell vermitteln möchten“, sagt Tierheimleiter Andreas Reichardt. Als Grund für diesen Anstieg im Sommer 2019 nennt der 57-Jährige, dass die freilaufenden Katzen vor allem im Frühjahr ihre Jungen bekommen. Sobald sie dann eingefangen werden, wird es im Tierheim natürlich voll.

Nicht mehr Tiere in Ferienzeiten

Dass in Ferienzeiten umso mehr Tiere ausgesetzt werden, kann der Leiter jedoch nicht bestätigen. „Die Halter sind mittlerweile oft verantwortungsbewusster, zudem gibt es häufig die Möglichkeit, den eigenen Hund beispielsweise mit ins Hotel zu nehmen oder in der Zeit von Nachbarn versorgen zu lassen."

Mittlerweile seien es zunehmend Wildtiere, die stattdessen ins Tierheim kommen und dort wieder aufgepäppelt werden müssen. „Erst vor kurzem haben wir zwei junge Falken wieder ausgewildert“, so Reichardt. Auch mit Wildenten habe man oft zu tun. Die Mütter suchten sich im Frühjahr oft trockene Nistplätze, die aber meist weit weg vom Wasser seien. Der Weg zum nächsten See oder Fluss sei für die Küken dann zu weit. Deshalb müssten die Entenfamilien dann eingefangen und zum nächsten Gewässer gebracht werden.

Weniger exotische Tiere

„Man kann sagen, dass wir hier eigentlich die ganze Palette an Tieren abdecken“, sagt Reichardt. „Von der Maus bis zum Pferd hatten wir hier alles schon mal.“ Auffällig sei jedoch, dass es zunehmend weniger exotische Tiere gebe, wie Schlangen oder Echsen. Das liege daran, dass die Zoohandlungen strengere Regularien für den Erwerb dieser Arten hätten.

Vereinzelt habe man aber beispielsweise noch Schildkröten im Tierheim. „Wasserschildkröten sind anfangs schön klein, doch wachsen sie irgendwann auf so eine Größe an, dass sie nicht mehr ins Aquarium passen. Und dann werden sie hierher gebracht oder eben doch am See ausgesetzt.“ Deshalb gebe es im Salbker See und Barleber See hin und wieder Schildkröten, die dort eigentlich nicht hingehören. „Wenn uns davon berichtet wird, versuchen wir die Tiere einzufangen, denn sie sind nicht für unsere heimische Natur gemacht.“

Kuscheln gehört zum Job

Der Alltag im Tierheim ist also stets spannend. Jedes Tier hat seine Bedürfnisse, zu denen neben Nahrung und Auslauf häufig auch das Kuscheln gehört. „Das ist natürlich auch eine der wirklich schönen Seiten dieses Jobs“, sagt Reichardt, während ihm im Gehege eine getigerte Katze ums Bein streicht.

Gemeinsam mit seinem Team wird der Leiter auch in Zukunft dafür sorgen, dass seine Schützlinge wieder in liebevolle Hände kommen.