Hochleistungspumpen und Schlauchsystem führen Wasser aus Friedensweiler und Ehlegrund in den Umflutkanal

Zwei Kilometer lange Schläuche weisen Wasser den Weg

Von Karolin Aertel

Magdeburg - Berliner Chaussee l Dicke Schläuche schlängeln sich seit Donnerstag rechts und links der Berliner Chaussee entlang. Sie enden am Umflutkanal, wo im hohen Bogen Wasser aus ihnen heraus sprudelt.

Auf der einen Seite der Chaussee pumpen Einsatzkräfte des THW Bad Mergentheim den Ehlegrund ab; auf der anderen Seite sind Kameraden der Feuerwehr Duisburg und Düsseldorf damit beschäftigt, Wasser aus dem Polder im Bereich An der Lake abzuleiten, um den Friedensweiler zu entlasten. "Dazu haben wir eine 2,1 Kilometer lange Schlauchleitung verlegen müssen", erklärt Einsatzleiter Joachim Winkelmann. Zwei sogenannte HFS-Pumpen transportieren rund 4,5 Kubikmeter Wasser pro Stunde aus dem Polder in den Umflutkanal. Eigentlich würden sie sogar bis zu zehn Kubikmeter schaffen, doch die Wegstrecke sei dafür einfach zu lang, so Joachim Winkelmann.

Im Einsatz sind gleichenorts Mitarbeiter des Unterhaltungsverbandes Ehle/Ihle. "Denn bevor die Feuerwehr den Polder abpumpen kann, muss das Wasser erst mal aus dem Grabensystem Furtlake in den Polder befördert werden", erklärt Detlef Schulze, der als Abteilungsleiter des Umweltamtes die Logistik des Einsatzes steuert.

Wie lange die Helfer An der Lake tätig sein werden, ist noch unklar. Vermutlich wird es das ganze Wochenende in Anspruch nehmen. Klaus-Dieter Arendt, Mitglied der Bürgerinitiative Furtlake/B1, beobachtet das Geschehen mit Freude. "Ich bin dankbar, dass die Kameraden nach ihrem Einsatz in Rothensee nicht abgezogen, sondern mit ihren Hochleistungspumpen zu uns gekommen sind", sagt er. Denn wenn das Steingrabensiel geschlossen sei und der Polder kein Wasser mehr fasse, stünden nicht nur die Keller sondern das ganze Wohngebiet unter Wasser. "Dass wir bei allen Krisenpunkten, die es derzeit in Magdeburg gibt, nicht vergessen wurden, dafür möchte ich mich im Namen der Bürgerinitiative bei den Kameraden, aber auch beim Oberbürgermeister Lutz Trümper bedanken."