Veranstaltung zur Quartiersvereinbarung stellt Veränderungen in Neu-Olvenstedt vor

Zwischen Abriss und Häuserneubau

Von Marco Papritz

Wie geht es mit dem Stadtumbau in Neu-Olvenstedt weiter? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Veranstaltung zur Quartiersvereinbarung, bei der Vertreter der Wohnungsunternehmen am Mittwochabend im Jugendhaus "Kümmelsburg" Stellung bezogen.

Neu-Olvenstedt l Abriss, Rückbau, Umbau. Wie kein anderer Stadtteil ist Neu-Olvenstedt seit Jahren von Veränderungen geprägt. Darüber waren sich die Vertreter der Wohnungsbaugesellschaft (Wobau), MWG-Wohnungsgenossenschaft, Wohnungsbaugenossenschaft "Otto von Guericke" und Magdeburg-Stadtfeld sowie "1954" und "Post und Energie" und der Baubeigeordnete der Stadt, Dr. Dieter Scheidemann, einig.

Veränderungen, die aufgrund des Wegzuges vieler Bewohner eintraten und auch eintreten mussten, wie Heinrich Sonsalla, Geschäftsführer der Wobau, am Mittwoch im Kinder- und Jugendhaus "Kümmelsburg", sagte. 500 Wohnungen der Wobau "werden wir noch abreißen müssen", kündigte er an. In einzelnen Objekten betrage der Leerstand über 75 Prozent. Auch der Aufbau etwa des Bruno-Beye-Ringes 1 als Demenz-WG und die Reihenhausbebauung des Düppler Grundes sind geplant, nannte er Beispiele. "Olvenstedt hat eine sehr gute Perspektive. Die Nachfrage nach Wiederbebauung beginnt wieder zu greifen", fasste der Wobau-Geschäftsführer zusammen.

550 Wohnungen hat die Wohnungsbaugenossenschaft "Otto von Guericke" vom Markt genommen, wie es heißt. Zuletzt betraf dies den Bruno-Taut-Ring 68-77, so Vorstand Oliver Hornemann. Etwa 1000 Wohnungen werden im Stadtteil von der Genossenschaft vorgehalten. "Daran wird sich vorerst nichts ändern", informierte er. Größere Sanierungen stünden nicht an. "Es werden aber kleine Dinge wie Fensteraustausch am Scharnhorstring umgesetzt", sagte Hornemann.

Etwa 950 Wohnungen hält die Wohnungsbaugenossenschaft Magdeburg-Stadtfeld in ihrem Bestand, so Vorstand Frank Rückriem. Künftig legt das Unternehmen ihren Schwerpunkt der Maßnahmen auf die Quartiere in der Johannes-Göderitz-Straße 33-49 (farbliche Gestaltung und Sanierung der Fassade, neue Balkone) sowie der Hans-Grade-Straße 3-21 und 97-112. "Hier werden wir nur noch Rückbau betreiben", kündigte der Vorstand an. Im Fokus stehen dabei die fünften und sechsten sowie partiell vierte Etagen.

Die Loggien an der Sankt-Josef-Straße, die im Frühjahr durch eine Abriss-Panne entfernt wurden, sollen im kommenden Jahr wieder installiert werden, sagte Christine Schrader von der WBG 1954. Der Bauantrag laufe.

Neu-Olvenstedt wird künftig auch von Reihenhäusern geprägt sein, so Dieter Scheidemann und nannte den Rennebogen als Beispiel. Der Bauleitplan sei beschlossen worden. "Ich denke, dass dort schon im Frühjahr mit den Arbeiten begonnen wird", sagte er. Das Gebiet soll frei veräußert werden. "Es ist anzunehmen, dass es eine große Nachfrage geben wird, daher kann es zu einem Losverfahren kommen", erklärte der Baubeigeordnete.

Etwa 50 Kaufverträge für die Parzellen im Düppler Grund sollen nach Auskunft von Heinrich Sonsalla im April / Mai des kommenden Jahres geschlossen "und die Baugruben ausgehoben werden. Ich glaube, das ist ein Hoffnungszeichen für Neu-Olvenstedt, dass etwa 50 Familien hinzuziehen werden."