Wassendorf/Oebisfelde l Geschaffen werden sollen dort 13 Krippenplätze. Angeschoben wurde dieses Vorhaben von den Mitgliedern der Stadtratsfraktion „Wir für Oebisfelde“ (WfO). Auslöser waren indes Beschwerden von jungen Eltern, die aufgrund der Auslastung in der Oebisfelder Kinderkrippe keinen Betreuungsplatz für ihre Kinder bekamen.

Sollte es zur Reaktivierung kommen, wird es aber wohl nur eine befristete Betriebserlaubnis geben. Denn inzwischen ist der Bau einer neuen Kindertagesstätte am Lehmweg vorgesehen. Der Neubau in freier Trägerschaft stößt jedoch nicht bei allen Ratsmitgliedern auf Gegenliebe. Ein Kritikunkt: Die zu erwartenden Kinderzahlen würden den Neubau nicht rechtfertigen. Er sei daher überdimensioniert. Zudem sei eine zeitnahe Hilfe für Eltern, deren Kinder keinen Platz in der Krippe erhalten haben, nicht möglich.

Um die Betriebserlaubnis für das Haus der einstigen Wassensdorfer Rabauken zu erhalten, sind laut Verwaltung Auflagen zu erfüllen. Dazu wurde eine Vorlage erarbeitet. Knackpunkt sind dabei die Finanzen.

So wurden Kostenschätzungen vorgenommen und Angebote eingeholt. Die Zahlen: Die baulichen Maßnahmen wie auch die Ausstattungskosten werden auf jeweils 30.000 Euro geschätzt. Hinzu kämen die laufenden Kosten, unter anderem für die pädagogische Arbeit, die Bewirtschaftung sowie die Personalkosten.

Daraus ergeben sich Gesamtkosten von etwa 220.000 Euro abzüglich der Elternbeiträge und der Zuschüsse des Landes. Fazit: Es muss mit 100.000 Euro verbleibenden Eigenmitteln für das Wassensdorfer Haus im ersten Jahr gerechnet werden. In den Folgejahren seien jährlich geschätzte 40.000 Euro aufzubringen.

Knackpunkt: Innerhalb des Haushaltsplanes 2021 wurden nach Angabe in die Vorlage der Verwaltung bislang keine der erwähnten Kosten aufgenommen. Eine finanzielle Ermächtigung des Bürgermeisters liege erst mit beschlossenem Haushalt 2021 vor, wenn eine Aufnahme in diesen erfolgt sei oder wenn nach Beschluss des Haushaltsplanes ein Antrag auf außerplanmäßige Kosten beschlossen werde.

Qualifiziertes Personal ist nötig

Zudem gibt die Verwaltung zu bedenken, dass qualifiziertes Personal für drei befristete Stellen dieser Kleinst-Einrichtung gefunden und vor allem gewonnen werden muss. Aufgrund der kleinen Einrichtung seien die Personalkosten deutlich höher als in größeren Einrichtungen. Außerdem müsse aufgrund von Erfahrungen mit kleinen Einrichtungen damit gerechnet werden, dass durch Personalausfälle eine tägliche Betreuung der Kinder nicht immer gewährleistet werden könne. Vom Tisch ist indes der geplante Verkauf des Rabauken-Hauses. Der wurde vom Stadtrat vorerst ausgesetzt.