Enge Straßenstelle

Anwohner frustriert: Lkw und Landmaschinen quetschen sich durch Oebisfelder Altstadt

Schwere Lkw sorgen in der Oebisfelder Altstadt für Ärger. Trotzdem es seit Juni 2021 eine Ortsumfahrung über die B 188 gibt, rollt der Schwerlastverkehr durch die Lange Straße. Versuche, das zu ändern, scheitern bis jetzt. Das sind die Gründe.

Von Ines Jachmann 12.05.2022, 18:06
Ein Landmaschinenfahrzeug fährt durch die Lange Straße in Oebisfelde. Zeitgleich kommt von der Gegenseite ein Lkw. Dessen Fahrer hat keine andere Wahl, als auf den Bürgersteig auszuweichen.
Ein Landmaschinenfahrzeug fährt durch die Lange Straße in Oebisfelde. Zeitgleich kommt von der Gegenseite ein Lkw. Dessen Fahrer hat keine andere Wahl, als auf den Bürgersteig auszuweichen. Foto: Carsten Janz

Oebisfelde - Ein Lkw, der sich Stück für Stück auf dem Bürgersteig nach vorne schiebt, um an einer Landmaschine, die die gesamte Straße einnimmt, vorbeizukommen – derartige Manöver sieht man in der Langen Straße in Oebisfelde fast täglich. Besonders der Abschnitt ab der Burg in Richtung Kurve am ehemaligen Schützenhaus entpuppt sich immer wieder für Lkw zum Nadelöhr. In diesem Bereich ist die schon sehr schmale Straße besonders eng.

Carsten Janz kann die Untätigkeit der Behörden angesichts derartiger Zustände nicht nachvollziehen. Begegnen sich Lkw und schwere Traktoren-Gespanne, müssen die Fahrzeuge auf den Gehweg ausweichen. Auch Wohnhäuser würden dadurch in Mitleidenschaft gezogen.

Durchfahrtsverbot gefordert

„Das ist gefährlich. Hier geht es nicht nur um den Lärm, sondern auch um die Fußgänger. Ältere Menschen oder kleine Kinder, die auf dem Bürgersteig unterwegs sind, können schnell mal übersehen werden“, sagt der Oebisfelder, der zwar nicht direkt dort wohnt, aber wie viele andere regelmäßig mit dem Auto durch die Altstadt fährt. Das bisher noch nichts passiert sei, grenze fast an ein Wunder.

Den Anwohnern in der Langen Straße in Oebisfelde reicht es. Täglich donnert der Schwerlastverkehr durch die schmale Straße, immer wieder kommt es zu gefährlichen Situationen. Schon lange fordern sie ein Durchfahrtsverbot für Lkw und eine Herabsenkung des Tempolimits auf 30. Der Stadtrat hat das Anliegen unterstützt. Und auch im Rathaus bemühte man sich um ein Lösung. Ohne Erfolg.

Und das hat etwas mit der Einstufung der Straße zu tun. Bis zur Fertigstellung der Ortsumgehung über die B 188 war die Lange Straße in Oebisfelde als Bundesstraße eingruppiert. Mit Fertigstellung der Ortsumgehung wurde sie auf eine Landesstraße herabgestuft. Zuständig ist also die Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt. Die Stadt habe dort entsprechende Anträge zur Geschwindigkeitsbegrenzung und einem zu prüfenden Durchfahrtsverbot für Lkw eingereicht, erklärt Bürgermeister Hans-Werner Kraul. Beide Anträge seien abgelehnt worden.

Landesstraße ist für alle da

„Eine Beschränkung des Verkehrs auf einer Landesstraße für einen bestimmten Abschnitt ist nicht möglich. Das gibt das Landesstraßengesetz nicht her“, erklärt Gesine Braun, Regionalbereichsleiterin der Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt, Regionalbereich Mitte. „Grundsätzlich sind Landesstraßen für alle Verkehrsteilnehmer frei.“ Alles, was über den Gemeingebrauch hinaus gehe, sei eine Sondernutzung und bedarf einer Zustimmung. Hierzu zählt der Großraum- und Schwerlastverkehr mit Fahrzeugen, deren Abmessungen, Achslasten oder Gesamtgewichte die zulässigen Grenzen der Straßenverkehrszulassungsordnung überschreiten. Mähdrescher gehören auch dazu. Diese Fahrzeuge benötigen oftmals eine Genehmigung, die der zuständige Landkreis erteilt.

Fazit: Eine dauerhafte Einschränkung der Nutzung der Langen Straße durch den „normalen“ Verkehr (auch Schwerverkehr) wird es als Landesstraße nicht geben.