Oebisfelde l Die entsprechende Anerkennung durch Dachverband „Nationale Naturlandschaften“ liegt als Urkunde in der Oebisfelder Behörde vor. Nach doch längerer Erarbeitung und Überprüfung waren die Unterlagen beim Dachverband den Nationalen Naturlandschaften eingereicht worden. Im Dachverband sind alle deutschen Nationalparks, Biosphärenreservate und zertifizierten Wildnisgebiete sowie ein Teil der Naturparks zusammengeschlossen. Die positive Nachricht, dass das Biosphärenreservat Drömling Sachsen-Anhalt vom Partnernetzwerk-Verein anerkannt wurde, traf nun in Oebisfelde ein, informiert Juliane Ruttkowski, die gemeinsam mit Kollegin Sabine Wieter das Projekt Partnernetzwerk leitet.

Chance für Betriebe und Region

Momentan arbeitet die Biosphären-Verwaltung gemeinsam mit der Agrarmarketinggesellschaft Sachsen-Anhalt und dem Landestourismusverband Sachsen-Anhalt an der Entwicklung einer Regionalmarke Drömling. Es wurde bereits über die unterschiedlichsten Vertriebs- und Marketingwege diskutiert und nach potentiellen Programmen gesucht.

Die Kriterienkataloge der zukünftigen Partnerbetriebe unterteilen sich dabei in die Bereiche Handel, Handwerk, Gastronomie, Landwirtschaft, Dienstleistung, Tourismus/Übernachtung und Bildungseinrichtungen. Partner stehen beispielgebend für eine nachhaltige touristische Entwicklung in der Region Drömling und sind zugleich Botschafter des Dachverbandes Nationale Naturlandschaften.

Einheitliche Standards gültig

Alle Partnerbetriebe werden nach bundesweit einheitlichen Qualitäts- und Umweltstandards ausgezeichnet. Die Partner im Biosphärenreservat haben die Chance, durch ihr Marketing das eigene unternehmerische Konzept und die Region zu stärken. Ein weiteres Ziel dieses Verbunds ist die enge Zusammenarbeit unter den Akteuren, die eine nachhaltige Regionalentwicklung nach sich ziehen soll, erläutert Ruttkowski. Zudem eröffnet sich dadurch die Akzeptanz für das Biosphärenreservat bei der einheimischen Bevölkerung sowie bei politischen Entscheidungsträgern, was ähnlich angesiedelte Beispiele beweisen.

Die Gäste sollen durch geschulte Gastgeber und Betriebe über ihr Reisedomizil besser informiert werden. Durch die Partnerschaft soll ein Netzwerk sowohl mit der Schutzgebietsverwaltung als auch unter den beteiligten Partnerbetrieben geschaffen werden, so die grundsätzliche Konzeption.

Wirtschaft und Tourismus beleben

Ziel des Partner-Programms ist die Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteure. Regionale Produzenten, Verarbeiter und Händler sowie Betriebe können sich untereinander austauschen, ihre Waren anbieten und somit den regionalen Wirtschaftskreislauf ankurbeln, was letztendlich Ziel der unternehmerischen Seite sein soll. Dies wirkt sich auch auf den demografischen Wandel aus, da durch die Etablierung des Partnernetzwerkes die Wirtschaft und der Tourismus gefördert werden, so dass weitere Betriebe in die Region investieren und vorhandene Unternehmen neue Arbeitsplätze schaffen. Die Entwicklung im ländlichen Raum wird vorangetrieben sowie der Abwanderung aus der Region entgegen gewirkt, ist Juliane Ruttkowski überzeugt.

Bereits im vergangenem Dezember fand im Mehrgenerationenhaus Oebisfelde die Auswertung der Kriterienkataloge zum Projekt „Werde unser Partner – sei Teil des Biosphärenreservates“ statt. Gemeinsam mit dem Landestourismusverband Sachsen-Anhalt hatte die Biosphärenreservatsverwaltung Drömling zur Veranstaltung eingeladen. Die Kriterienkataloge wurden zuvor an interessierte Partner versandt (Volksstimme berichtete). Bereits seit 2008 engagieren sich die Partner der Schutzgebiete für eine nachhaltige touristische Entwicklung in ihrer Region. Es bestehen bundesweit bereits 27 Partner-Netzwerke, die als ein Mehrwert für die regionale Entwicklung angesehen werden.

Zertifizierungen folgen ab Juli

In den nächsten Wochen werden die bereits angemeldeten Partner kontaktiert und erhalten den fertigen Kriterienkatalog und einen Partnervertrag. Bis zum kommenden 1. Juli haben die Partner dann Zeit, sich anzumelden. Demnächst werden die Unterlagen auf der Homepage der Biosphärenreservatsverwaltung Drömling Sachsen-Anhalt abrufbar sein. Beim Ausfüllen der Unterlagen sagt Ruttkowski entsprechende Unterstützung zu.

Noch im Juli trifft sich der Vergaberat, der von der Biosphärenreservatsverwaltung benannt wurde, um die Anmeldungen zu besprechen. Im Anschluss wird mit jedem Partnerbetrieb ein Besichtigungstermin vereinbart, damit die Zertifizierung erfolgen kann. Sobald es die derzeitige Situation im Zuge der Corona-Pandemie zulässt, wird es nochmals eine Veranstaltung für den Beginn der Partnerinitiative geben.