Oebisfelde l Mit gemeinsamer Anstrengung der Bürger in der DDR wurde die Wiedervereinigung im Jahr 1989 möglich. Nicht in einer solchen Dimension, aber mit vergleichbarem Zusammenwirken stellten jetzt der Ortschaftsrat Oebisfelde mit Vereinen aus der Region und niedersächsischen Mitstreitern ein prächtiges Bürgerfest eben aus diesem Anlass 30 Jahre später auf die Beine.

Vorweg: Die vielen vorbereitenden Gespräche, Abstimmungen und Veröffentlichungen haben sich gelohnt. Der große Burghof als Festplatz war Sonnabend von 14 bis 18 Uhr von Menschen bevölkert, die sich dort bestens unterhalten fühlten. „Hier gibt es heute doch nur Gewinner“, meinte dann auch Oebisfeldes Ortsbürgermeisterin Bogumila Jacksch auf der Bühne nach dem Gewinn der Bürgerfestwette gegen den Velpker Gemeindebürgermeister Mark Kreutzberg.

Wer die meisten Ost-West-Paare auf die Bühne bekam, der braucht eben keine länder­übergreifende Grünkohlwanderung vorzubereiten. Die Wette ging mit 34 zu 15 Paaren an Jacksch. Wie sehr sich Ost und West mittlerweile vermischt hat, das wurde bei der Abfrage durch die Moderatoren Matthias Polep und Verena Polep deutlich – Liebe kennt eben keine Grenzen. Unter den entweder in der Oebisfelder oder Velpker Region lebenden Paaren waren auch Partner, die aus der gesamten Bundesrepublik stammten.

Staffellauf

Im Besonderen verdeutlichte der Staffellauf von Schülern aus der Region Velpke sowie Kindern und Jugendlichen der Oebisfelder Gemeinschaftsschule das grenzenlose Miteinander von Generationen zu beiden Seiten der Aller. Die vier Etappen vom niedersächsischen Nachbarort über die einstige deutsch-deutsche Nahtstelle, die Büstedter Brücke, vorbei an der Grenzinfotafel bis zum Burghof erforderte Kondition. Doch bei manchem jungen Teilnehmer waren erlahmende Kräfte wie weggeblasen, als er unter großem Beifall durch das Bürgerfest-Publikum über das Burghofpflaster in Richtung Bühne zum Endspurt ansetzten. Zur Erinnerung gab es für jeden Teilnehmer eine Plakette samt Urkunde.

Sich bei volksfestartigem Trubel Gehör zu verschaffen, das gelang der Wahrstedterin Heide Müller. Ihre Aufzeichnungen von dem Leben auf westlicher Seite an einer streng bewachten Grenze ließen es für einige Minuten unmittelbar vor der Bühne still werden.

Einen anderen Beitrag über die innerdeutsche Grenze und ihre Öffnung für die Oebisfelder boten der Heimatverein und Hobbyfilmer Gerhard Groneberg nahe des Bürgerfest-Cafés an: einen digitalisierten dokumentarischen Schmalfilm über die Wendezeit in Oebisfelde.

Bemerkenswert außerhalb des Aktionstages zum Mauerfall: So gut wie alle Vereine im Stadtbereich von Oebisfelde, Chöre, Schulen, Kindertagesstätten, die evangelische Kirchengemeinde, Feuerwehr, Schützengilde, der Wassensdorfer Carnevalsclub, die Biosphärenreservatsverwaltung und der Ortschaftsrat präsentierten sich bei dem Fest.