Oebisfelde l Traditionell konnten in der Katharinenkirche an Heiligabend zwei Christvespern besucht werden. Den Auftakt bildete ein Gottesdienst mit Singspiel der Kinderkirche, der speziell jungen Familien die Geburt von Jesus Christus in der biblisch überlieferten Weihnachtsgeschichte nahebrachte und dank der jungen Sängerschar froh auf das Fest einstimmte.

Anders, wenngleich fest mit der Gottesdienstabfolge für diesen Heiligen Abend verbunden, zeigte diese Vesper den älteren Kirchgängern auf, dass Vertrauen, Zuversicht und „das gemeinsam miteinander Aushalten“ damals wie heute in eine Erfolgsgeschichte münden kann. Pfarrer Wolfgang Schwarzer überließ die inhaltliche Gestaltung dieses Heiligabend-Gottesdienstes, nämlich das Krippenspiel, den Vor- und Konfirmanden. Selbstverständlich stand die Geburt von Jesus Christus im Mittelpunkt der Aufführung. „Hey, freut Euch, das Christkind ist geboren“ hatte zugleich viel mit Integration und Akzeptanz zu tun.

Stets aktuelle Botschaft

Allerdings spielte die Szenerie im 21. Jahrhundert als Probe für ein Krippenspiel: In „diese heile Welt“ der probenden Gruppe platzte die Großfamilie Herdmann. Ein Personenkreis, der gemeinhin als gewalttätig, asozial und mit kriminellen Neigungen in Verbindung gebracht wurde. Trotz schlimmster Befürchtungen wurde gewagt, was augenscheinlich scheitern musste, nämlich die Herdmanns ins Krippenspiel einzubinden – mit Erfolg für alle Beteiligten. Eine Botschaft, so aktuell damals wie heute.

Bilder

Eine durchaus gewagte Aufführung eines Krippenspiels, befand Pfarrer Schwarzer. Das war seiner Auffassung nach aber auch schon die Aufführung im vergangenen Jahr gewesen. Nur diesmal spielte sich das Geschehen mitten in Deutschland unter Deutschen ab, eben ohne Flüchtlinge aus Krisengebieten.

Deutlich zeigte dieses Krippenspiel auf, welche gesellschaftlichen Kluften, welche Vorurteile und Radikalisierungen aktuell bestehen. Das Ende wiederum versöhnlich. Nicht ohne die Botschaft, dass es durch Glauben möglich ist, Raum für Integration zu schaffen, so diese Oebisfelder Weihnachtsbotschaft an Heiligabend.

Klangvolle Begleitung

So wie das Krippenspiel, so bereicherten die Liederbeiträge des Ensembles vom Frauenchor Wassensdorf und des Männergesangvereins Oebisfelde diesen Festgottesdienst. Beginnend mit „Alle Jahre wieder“, in der Folge dann mit „Herbei, o ihr Gläubigen“ und ausklingend mit „Hört der Engel helle Lieder“ gelang ein festlicher Reigen. Die Orgel der Katharinenkirche ließ dazu die in Leipzig lebende Musikerin und Pianistin Annamaria Schwarzer mit jubilierenden Klangfarben erklingen.