Schulende

Corona erlaubt intensives Lernen für Oebisfelder Abschlussklassen

Von Harald Schulz
Die Corona-Pandemie war und ist sehr belastend, hat aber auch, was das Lernen betrifft, Positives bewirkt, finden die Schülersprecher Jonas Köhler und Leonie Drese sowie Schulleiterin Dr. Katrin Löwa. Foto: Harald Schulz

Oebisfelde

Drei entspannte Gesichter: Jonas Köhler, Sprecher der 10a, Leonie Drese aus der 10b und ihre Schulleiterin Dr. Katrin Löwa blicken mit Zuversicht in diese Woche der Entscheidung – weniger mit Sorge auf das was, die Corona-Notbremse noch mit sich bringen könnte. Diese Sorgenfalten um Corona rücken in der Woche der Abschlussarbeiten deutlich in den Hintergrund. Weil, wie das Trio unisono die Auffassung vertritt, die Hygiene zur Vermeidung einer Infektion mit dem Covid-Virus mittlerweile in Fleisch und Blut übergegangen ist. Corona hat sozusagen den Status eines sogenannten Selbstläufers eingenommen, was den Alltag an der Sekundar- und Gemeinschaftsschule Oebisfelde, der Drömlingschule, betrifft.

„Um da nicht missverstanden zu werden“, heißt es von Schulleiterin Löwa, „die Hygienestandards und die Aufmerksamkeit behalten im Schulalltag den höchsten Stellenwert.“ Meint, die Lehrerschaft hatte und hat ein aufmerksames Auge auf die Infektionsabwehr zum Wohl der schutzbefohlenen Schüler.

Zig Bewerbungen für einen Ausbildungsplatz

Ebenso intensiv verlief das pädagogische Engagement für die Klassen fünf bis zehn, bekräftigt Löwa. Zum einen, weil die Drömlingschule sich mehr und mehr konzeptionell zur Gemeinschaftsschule entwickelt.

Zum anderen aber, und das im besonderen Maße, weil die Schüler der Abschlussklassen den bestmöglichen Einstieg in ihre Zukunft an Gymnasien und in der völlig neuen Welt als Auszubildende erhalten sollen.

Jonas Köhler und Leonie Drese sind typische Beispiele dafür: Beide Schüler haben auf ihren möglichst besten Schulabschluss unter Corona-Bedingungen hingearbeitet. Jonas hat bereits einen Ausbildungsplatz als Koch im Volkswagenwerk Wolfsburg, wird aber noch einmal richtig „Gas geben in den Abschlussarbeiten“, wie er es ausdrückt. Leonie steht da unter etwas mehr Erfolgsdruck. Sie hatte bereits mehr als 30 Bewerbungen verschickt, was jedoch nicht mit Erfolg belohnt wurde. Mit dem Abschlusszeugnis sollen weitere Bewerbungen folgen. Als sogenannten Plan?B behält sie sich die Offerten „Soziales Jahr“ oder ein Jahr an einer berufsbildenden Schule vor. Mit ihrem berufsbedingten Überblick meint Schulleiterin Löwa, dass diese schon spürbaren verschlechterten Chancen auf einen Ausbildungsplatz ein gutes Stück weit mit der Corona-Pandemie in Zusammenhang stehen.

Größter Wunsch: Auf Abschlussfahrt gehen

Das wird auch von der Agentur für Arbeit bestätigt. Während weiterhin ein Mangel an Facharbeitern besteht, diese Kräfte so auch in Corona-Zeiten händeringend gesucht werden, sind Ausbildungsstellen in der Breite derzeit nicht mehr so üppig vorzufinden. Ein Grund mehr für Leonie Drese und andere Mitschüler der Abschlussklassen bei den Abschlussklausuren nochmals „richtig Gas zu geben“, wie Mitschüler Jonas Köhler es ausdrückt.

Diese Chance bestand ebenso gerade in den Zeiten, als die Klassen aufgrund der Eindämmungsverordnung halbiert wurden, ist Jonas überzeugt. „Das war wohl das Positivste an Corona. Belastend war gleichzeitig auf alle Fälle die Trennung unser Klassengemeinschaft. Deshalb ist es unser größter Wunsch, zum Abschluss auf Klassenfahrt zu gehen“, hofft Jonas.

Schulleiterin Löwa betont, dass dieser Jahrgang, was die schulische Leistung anbelangt, nicht unter der Pandemie gelitten hat. „Deshalb ist diese Annahme eine falsche. Von einem Corona-Jahrgang, gar einem geschönten Corona-Abschluss zu sprechen, das ist das falsche Signal“, sagt Löwa.