Rathauskonzept

Das Zweihaus-Modell favorisiert

Der Ortschaftsrat Oebisfelde und der Hauptausschuss empfehlen das 7,1 Millionen Euro veranschlagte Projekt Rathaus mit Bürger- und Tourismuszentrum anzupacken.

Von Harald Schulz
Der Entwurf des Bürger-und Tourismuszentrums als Zweihaus-Variante für die Neukonzeption des Rathauses in Verbingung mit der Erweiterung.
Der Entwurf des Bürger-und Tourismuszentrums als Zweihaus-Variante für die Neukonzeption des Rathauses in Verbingung mit der Erweiterung. Repro: Harald Schulz

Oebisfelde - Unüberhörbar bei Mitgliedern des Hauptausschusses war der kritische Blick auf die Kostenpläne im Verlauf der Diskussion über die Neukonzeption eines Rathauses mit Bürger- und Tourismuszentrum. Einig waren sich die Ausschussmitglieder hingegen darüber, dass es einen Sitzungssaal geben muss. Kontinuierlich im Rittersaal zu tagen, wird nach Aufhebung der Corona-Schutzbestimmungen nicht mehr vonnöten sein, so UWG-Stadträtin und Oebisfeldes Ortsbürgermeisterin Bogumila Jacksch.

Denkmalschutz wohl das Zünglein an der Waage

Beispiele anderer Kommunen hätten sie darin bestätigt, einen separaten Sitzungssaal mit dem notwendigen technischen Equipment nutzen zu können. Der Ausbau des Rathaus-Dachgeschosses im Zuge der Gebäudesanierung zu einem Sitzungssaal mit modernster Kommunikationshilfen wäre die weitaus bessere Option, als dort ein Archiv einzurichten, argumentierte Jacksch und erhielt entsprechenden grundsätzlichen Zuspruch von den Ausschussmitgliedern.

Ausschussvorsitzender und Bürgermeister Hans-Werner Kraul gab jedoch zu bedenken, dass die Denkmalschutzbehörde bei der Sanierung des Rathauses ein gewichtiges Wort mitzureden hat. Um unter dem historischen Dach ein dem Ansprüchen ausreichendes Raumangebot implantieren zu können, bedürfe einer genauestens Abklärung. Aktuell nicht mehr auf dem Planungstableau vom Hauptausschuss ist hingegen ein an das Bürger- und Tourismuszentrum angegliederter Fahrradverleih.

Basiszahlen stammen aus dem Jahre 2014

Die Ratsfrauen Sabine Bastigkeit (Die Linke.) und Maria Bade (UWG) rückten die Finanzen des Vorhabens in den Mittelpunkt. Bastigkeit erinnerte, dass ein Fördermittelantrag aus dem Jahre 2014 für ein solches Vorhaben in ähnlicher Weise zugrunde liegt. Die Fraktionen hätten dann so lange debattiert, bis alles wieder zerredet war. Jetzt aber eine Finanzierung auf Basiszahlen von 2014 vom Planer anzubieten, löst bei Bastigkeit Entsetzen aus, wie die Linken-Kommunalpolitikern es angesichts der Kostenexplosion bei der Grundschule Weferlingen ausdrückte. Sie fordert zudem zukünftig ein aktuelles Planungskonzept der nächsten Jahre für die gesamte Einheitsgemeinde.

Bade sprach sich dafür aus, dass den kommunalpolitischen Entscheidungsträgern eine aktuelle wie exakte Projektentwicklung mit Kostenaufstellung vorzuweisen ist. Nur so sei es zu vermeiden, das sogenannte versteckte Kosten die Ausgaben in die Höhe treiben. CDU-Ausschussmitglied Marco Alex erkennt im Planungsentwurf hingegen auch, dass die Räumlichkeiten für Büros der Stadtverwaltung zu knapp bemessen wurden. Er plädierte, diese Vorgaben nochmals zu überdenken.

Standortalternativen sehr begrenzt vorhanden

Alternativ war ein Variantenvergleich hinsichtlich der Schaffung eines Ersatzneubaus für ein neues Rathaus untersucht worden. Dabei wurde wie bei der Sanierungsvariante die Schaffung von insgesamt 37?Büroarbeitsplätzen mit und auch ohne einen Beratungsraum für 50 Personen betrachtet. Hieraus ergaben sich Kostenrahmen für den Ersatzneubau ohne Versammlungsraum von etwas mehr als 6,5 Millionen Euro. Und als Ersatzneubau mit Versammlungsraum kamen insgesamt knapp 6,8?Millionen Euro heraus.

Auch sprachen einige Sachverhalte gegen eine Umsetzung eines Ersatzneubaus für das Rathaus am bisherigen Standort. So beispielsweise, dass ein Standortwechsel der städtebaulichen Zielstellung zur Entwicklung und Belebung des Stadtzentrums zuwider laufen würde, quasi eine Verödung der Altstadt.

Neben dem Sanierungsaufwand für die Sicherung des Rathausgebäudes müsste auch eine nachhaltige Nachnutzung für die Gebäudesubstanz entwickelt werden.

Innerhalb Oebisfeldes stehen nur sehr begrenzte Baustandorte zur Verfügung.

Nach dem Willen des Ortschaftsrates Oebisfelde und des Hauptausschusses soll das Rathaus in seiner historischen Struktur erhalten bleiben.
Nach dem Willen des Ortschaftsrates Oebisfelde und des Hauptausschusses soll das Rathaus in seiner historischen Struktur erhalten bleiben.
Foto: A+I Planungsbüro Seidl & Dr. Heinecke PartG mbB/Repro: Harald Schulz