Kämkerhorst/Oebisfelde l „Die Motivation, mich für diese Stelle zu bewerben, war, dass man als Naturwacht-Mitarbeiterin den ganzen Tag draußen ist und viele verschiedene Sachen macht“, sagt Carola Wirbs. An der frischen Luft verbringt die 37-Jährige auch ihren zweiten Arbeitstag auf dem Gelände des Informationshauses in Kämkerhorst. Zuhause ist sie in Audorf, einem Ortsteil der Gemeinde Beetzendorf im Altmarkkreis Salzwedel. „Ich denke, dass man durch die Führung von Kindern oder auch anderen Gruppen etwas erreichen kann“, schildert die gelernte Landwirtin. Sie besuchte in der Vergangenheit die Agrar-Techniker Schule in Haldensleben. Später betreute sie im grünen Bereich Langzeitarbeitslose.

„Jetzt werde ich hier im Drömling eingearbeitet. Nach und nach schaue ich mir alles an“, blickt sie voraus. Nach ihren Ausführungen freut sie sich am meisten auf ihre vielfältigen Aufgaben. „Es wird wohl nie ein Tag dem anderen gleichen, sondern es werden immer neue Sachen auf mich warten“, sagt sie voller Zuversicht. Ein ganz spezielles Gebiet habe sie noch nicht für sich entdeckt. „Weil ich ja noch nicht alles kennengelernt habe, bin ich noch offen für alles“, beschreibt die Audorferin. Schon viele Informationen und Eindrücke habe sie an ihren ersten zwei Arbeitstagen gesammelt.

Zeitgleich neu dabei ist auch Ralf Bertram. Der Althaldensleber ist durch seine Leidenschaft zu Bienen zu seinem neuen Job gekommen. Der selbstständige Imkermeister betreibt die Schlossimkerei in Hundisburg. Durch Projekte mit einer „Biene“ – nämlich Sabine Wieter, Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung im Biosphärenreservat, entstand der Kontakt zu den Naturschützern im Drömling. „Die Imkerei werde ich als Nebenerwerb weiter machen. Ich werde die Anzahl meiner Bienenvölker herunterfahren“, erklärt Bertram. Schließlich brauche er für die neue Arbeit täglich acht Stunden, dazu komme noch eine Stunde Fahrzeit. Groß sei seine Freude auf alles Neue, was jetzt auf ihn zukommt.

Bilder

„Wir haben heute schon einen größeren Rundgang gemacht“, schildert Bertram und gesteht, dass seine Füße sich erst mal wieder an die langen Touren gewöhnen müssen. „Sonst bin ich bis zu den Bienen gefahren und nicht so viel gelaufen. Es ist toll, dass ich nun mehr mit Menschen zu tun habe. Sonst war ich meist mit meinen Bienen allein.“ Natürlich habe er auch schon zuvor Vorträge gehalten und den Besuchern der Schloss- imkerei das Leben der Bienen anschaulich erklärt.

Summende Bienen kreisen auch über die Wiesen seiner neuen Arbeitsstätte. Bertram zeigt auf Bienenkästen und auf einen ausgedienten Bienenwagen, der von einem Imker aus Kathendorf stammt und wieder zu Anschauungszwecken flott gemacht werden soll.

Die beiden neuen Naturwächter begleiten die Tour von Kristin Klatt, die als zertifizierte Natur- und Landschaftsführerin eine Gruppe von Menschen mit Handicap über das Gelände des Info-Hauses führt.

Neben Monitoring ausgewählter Artengruppen, naturkundlichen Bestandserfassungen zählen die Umweltbildung und auch Maßnahmen des Arten- und Biotopschutzes zu den Aufgaben der Naturwacht..