Oebisfelde l Alle zwei Jahre lädt die Verwaltung der Einheitsgemeinde Stadt Oebisfelde-Weferlingen ein, um eine neue Stadtelternvertretung zu wählen. Aufgrund der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Abstandsregeln musste das Treffen am Dienstag im Rittersaal des Burgensembles stattfinden. Bürgermeister und Verwaltungschef Hans-Werner Kraul (CDU) als Einladender und Stadträtin Angela Leuschner (SPD) als Vorsitzende des Schul- und Sozialausschusses waren „Zaungäste“ dieses Wahlgangs, der nach knappen 20 Minuten das neue Gremium hervorbrachte (siehe Infokasten).

Sofortiges Handeln wird verlangt

So unspektakulär und zügig die Wahl auch verlief, so stärker ist das Engagement der 14 Elternschaftsvertreter jedoch vonnöten, um aktuelle Nöte, Bedarfe und zukünftige Vorhaben für mehr soziale Kompetenz in der Kinderbetreuung zu erreichen, befand der alte und neue Vorsitzende Sobotta im Gespräch mit der Volksstimme am Mittwoch. Als eine sofort umzusetzende Maßnahme sieht Sobotta die Bereitstellung von Krippenplätzen an. „Hier muss und kann kurzfristig etwas getan werden, um diesen Notstand aufzulösen. Es darf keine Warteliste für Krippenplätze geben“, fordert der Vorsitzende. „Richtig ist die Suche nach einer dauerhaft befriedigenden Lösung, wie es von den politischen Gremien derzeit angestrebt wird.

Aber eine solche Umsetzung, die erst in Monaten vielleicht Jahren erfolgen kann, darf nicht zulasten jetzt wartender Eltern und Alleinerziehender erfolgen. Ich sehe sofortige Potenziale für Krippenplätze in der Einrichtung in Etingen und durch die Reaktivierung der ehemaligen Kinderbetreuungseinrichtung in Wassensdorf“, verlangt Sobotta ein sofortiges Handeln.

In der Beschlussvorlage des Stadtrates, der am kommenden Dienstag in Weferlingen tagt, soll eine Reihenfolge in der Priorität bei der Auswahl eines Standortes für die Errichtung einer neuen Kinderkrippe im Stadtbereich Oebisfelde getroffen werden.

Diese Wertung sieht an erster Stelle einen Neubau auf dem Bauland am „Lehmweg“ in Oebisfelde vor. Es folgen der Standortvorschlag für die ehemalige Kita Wassensdorf, die Erweiterung auf dem Grundstück der „Villa Kunterbunt“ in Oebisfelde und auch der Umbau des Mehrgenerationenhauses in der Allerstadt stehen zur Auswahl.

Dazu ist wichtig zu wissen: Die amtliche Prognose für Bedarfe an Kita-Plätzen für die Altersgruppen null bis sechs Jahre ergibt für das Jahr 2020 einen Minimalbedarf an Kita-Plätzen von 734 für das gesamte Stadtgebiet Oebisfelde-Weferlingen. Gemäß der Betriebserlaubnis der Kindertageseinrichtungen besteht eine Gesamtkapazität von 647 Plätzen.

Abwärtstren zu bemerken

Bezogen auf die Krippenplätze besteht ein Minimalbedarf im Jahr 2020 von 252 Plätzen. Die Gesamtkapazität beläuft sich hier auf 232 Plätze. Ermittelt wurden die Prognosezahlen auf Basis der Vorjahreswerte der letzten zehn Jahre. Berücksichtigt wurden die Geburtenrate, der Wanderungssaldo, anders betreute Kinder, Vorzieher, Rücksteller, Ein- und Auspendler. Derzeit keine Berücksichtigung fanden die Baugebiete. Der sich hieraus zukünftig ergebende Zuwachs konnte noch nicht abschließend ermittelt werden. Die letzten zehn Jahre zeigen einen Abwärtstrend der Kinderzahlen, so dass sich dieser in der Prognose innerhalb der nächsten zehn Jahre widerspiegelt.

Als weitere Aufgabe sieht es Sobotta an, eine Regelung bei der Essenversorgung in den Kitas zu finden. Die bisherigen Teilergebnisse der internen Arbeitsgruppe müssen bis Jahresende in eine schlüssige und praktikable Lösung münden, fordert Sobotta ein Miteinander von Verwaltung und Elternschaft ein.