Oebisfelde l Das ist der Stoff, der Führungskräfte von Feuerwehren unter Dauerstress setzt. Doch Landwirte sind derzeit eine Rückversicherung. Die Risikoanalyse der Feuerwehren in der Einheitsgemeinde Oebisfelde-Weferlingen zeigt deutlich auf, dass an Arbeitstagen die Ausrückestärken der 23 Feuerwehren sehr stark schwangt. Jüngste Überprüfungen haben Ausrückestärken von null bis zur Zugstärke erbracht, sagt Führungskraft Andreas Lindner von der Feuerwehr Oebisfelde, der an der Risikoanalyse aktiv mitgearbeitet hat. "Es ist keinem Feuerwehrkameraden ein Vorwurf zu machen. Die Arbeitsplatzsicherung hat erste Priorität. Deshalb muss sich ein Kopf gemacht werden, wie der Brandschutz dauerhaft und verlässlich zu sichern ist", meint Lindner im Bewusstsein dieser Aufgabe.

Das gilt selbstverständlich und insbesondere für die derzeit nicht enden wollende Hitzeperiode, wo ein Funken bereits einen großflächigen Brand auslösen kann.

Lindner kennt solche Löscheinsätze aus der Vergangenheit nur zur Genüge - immer wieder und doch jedes Mal unter anderen Umständen. Auch in dieser Getreideernte auf Flächen bei Eickendorf, Eschenrode und Walbeck. "In solchen Situationen ist jeder Feuerwehrkamerad, der ausrückt und anpackt, der wichtigste im Löschverbund", unterstreicht Lindner die Schlagkraft von der kleinsten bis zu größten Wehr. "Eine Feuerpatsche früh eingesetzt, kann unter gewissen Umständen sogar einen zusätzlichen Löscheinsatz nachrückender Besatzungen von Tanklöschfahrzeugen ersparen", so Lindner überzeugt.

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Eine aktuelle Umstellung bei der Ausrückeordnung hat bereits Erfolge gezeigt, wie die Oebisfelde Führungskraft informiert. Es ist jetzt sogar möglich, an zwei unterschiedlichen Einsatzorten eine schlagkräftige Truppe mit wasserführenden Fahrzeugen einzusetzen. Das hätten die zeitgleich notwendigen Einsätze am 4. Juli in Bergfriede und Eschenrode aufgezeigt.

"Eine Rückversicherung, auf die wir Feuerwehrkameraden nicht verzichten wollen, sind die Landwirte mit ihrer Technik", kommt Andreas Lindner auf die etwas andere Löschtruppe bei Flächenbränden zu sprechen. "Wir besitzen mit dem landwirtschaftlichen Technik-Stützpunkt in Kathendorf sogar eine besondere Stütze. Die dort beschäftigten Mitarbeiter und die dort vorhandene Technik kann bei lokalen Flächenbränden schneller vor Ort sein, als ein Löschzug mit Tanklöschfahrzeugen. Und mit ihren Bodenbearbeitungsgerätschaften lässt sich exzellent und unmittelbar das Ausbreiten von Flammen verhindern", unterstreicht Lindner solche Möglichkeiten der Brandbekämpfung.

Was dort in aller Regel konzentriert abrufbar ist, erleben Lindner und seine Feuerwehrkameraden auch anderenorts beim Löschen von Getreide-, Stoppel- und Naturflächen sowie in Brand geratenen Erntemaschinen. "Wir löschen Hand-in-Hand und als eine Einheit", lobt und dankt Lindner den Landwirten.

Was den Stellenwert der Landwirte für die Feuerwehr zusätzlich stärkt, ist die Tatsache, dass die Betriebe über große Fasswagen verfügen, die das Fassungsvermögen und die Abdeckung einer Fläche mit Wasser weit über der von Tanklöschfahrzeugen übertrifft. "Das ist ein echtes Faustfand fürs Löschen einer brennenden Fläche", schätzt Lindner diese wertvolle Hilfe. Dann muss das Gespräch am Donnerstag mit der Volksstimme beendet werden: Sirenenalarm um 14.20 Uhr. Lindner und seine Kameraden rücken zu einem Böschungsbrand zwischen Kathendorf und Eickendorf aus.